Dr. Hörtkorn Versicherungsmakler seit 1966

Internationale Versicherungsprogramme

Internationale Versicherungsprogramme: Denkanstöße zur individuellen Umsetzung

von Torsten Fütterer, Leiter der Auslandsabteilung, Heilbronn

Viele Wege führen nach Rom und so gibt eine Vielzahl von Lösungsmöglichkeiten für den Versicherungsschutz von Auslandsgesellschaften. Die verschiedenen Alternativen besprechen wir intensiv mit Ihnen, um die individuell beste Lösung zu finden. Diese werden wir dann durch unsere zentrale Steuerung für Sie einrichten und ständig begleiten.

Informationsbeschaffung

Schon in der Planungsphase werden die Weichen für eine erfolgreiche Umsetzung gestellt. Das bedeutet, dass Sie uns bei der Informationsbeschaffung aktiv behilflich sein sollten. Folgende Punkte möchten wir zunächst mit Ihnen klären:

1. Ist Ihr Unternehmen zentral organisiert oder haben Ihre Auslandsniederlassungen Entscheidungsfreiheit im Hinblick auf das Risikomanagement und den Einkauf von Versicherungen?

2. Wo befinden sich Ihre Auslandsniederlassungen und was ist deren Tätigkeitsgebiet?

3. Wie oft pro Jahr und in welchem Umfang möchten Sie über die Deckungsbestandteile der lokalen Versicherungen und deren Verlauf (inkl. Schaden) informiert werden?

4. Auf Basis der von Ihnen erhaltenen Länderliste informieren wir Sie, welche Deckungen dezentral abgeschlossen werden müssen (z. B. lokale Pflichtversicherungen, Pool-Lösungen)?

5. Gibt es Anforderungen der Auftraggeber Ihrer Auslandsgesellschaften an den lokalen Versicherungsumfang?

Je nach Beantwortung dieser Kernpunkte erstellen wir dann für Ihr Unternehmen einen individuellen Lösungsvorschlag, der einem der nachfolgend beschriebenen Modelle entspricht oder aber wahrscheinlich eine Mischform darstellt. Es gibt keine allgemeingültige Lösung! Der Versicherungsschutz für Ihre Auslandsniederlassungen ist so individuell wie Ihr Unternehmen selbst. Dies können wir aufgrund unserer äußerst flexiblen Organisationsstruktur hervorragend für Sie umsetzen.

Vertragsgestaltung

Lokaler Versicherungsschutz, Master Cover inkl. Summen- und Konditionsdifferenzdeckung (DIL/DIC) und / oder Financial Interest (FInC) Deckung, sowie Freedom of Services (FOS) Deckungen für Lokalgesellschaften aus einem anderen EU Land: Hier gilt es sorgfältig abzuwägen und aus den diversen Möglichkeiten die für Ihr Unternehmen optimale Lösung zu erarbeiten. Durch unsere hohe Flexibilität bei der Ausgestaltung der internationalen Programme gibt es für uns keine Dogmen. Nachfolgend haben wir die wichtigsten Informationen zu den einzelnen Optionen für Sie zusammengefasst.

Lokaler Versicherungsschutz: Versicherungsvertrag im Ausland

Unter dem Begriff „Lokaler Versicherungsschutz“ werden alle Versicherungsverträge zusammengefasst, die für Ihre Auslandsniederlassung vor Ort abgeschlossen werden.

Durch unsere UNIBA Netzwerkpartner können wir dabei weltweit sicherstellen, dass vor Ort eine Betreuung gewährleistet ist, die dem gewohnten hohen Standard durch unser Unternehmen im Inland entspricht.

Die wichtigsten Vorteile bei Einschaltung eines unserer UNIBA Netzwerkpartner:

  • Kommunikation und Kontrolle der von Deutschland erstellten Vorgaben gegenüber Ihrer Lokalgesellschaft;
  • Rückmeldung nach Umsetzung sowie Informationen über notwendige Veränderungen oder geänderte gesetzliche Rahmenbedingungen;
  • Ermittlung der lokalen Versicherungssummen in Abstimmung mit dem deutschen Mutterhaus;
  • Prüfung der lokalen Versicherungsverträge im Hinblick auf Inhalte und Konformität gegenüber den zentralen Vorgaben;
  • Durchführung von Risikobesichtigungen und Erstellen von Verbesserungsvorschlägen;
  • Prüfung von lokalen Vertragsvereinbarungen mit Zulieferern und Kunden im Hinblick auf deren Konformität zu den bestehenden Versicherungsverträgen;
  • Erstellung regelmäßiger Berichte einschließlich weltweiter Schadenübersichten;
  • Erstellung lokaler Versicherungsbestätigungen und –nachweise.

Bei Versicherungsverträgen im Ausland gilt es darüber hinaus zu unterscheiden, ob es sich um eine Programmpolice (integriert oder koordiniert) handelt oder ob es keine Anschlussdeckung aus Deutschland heraus gibt.

Master Cover bzw. DIL/DIC: Lokaler Versicherungsschutz plus deutscher Anschlussdeckung

Der lokale Versicherungsschutz entspricht nicht immer den Anforderungen an einen weltweit einheitlichen Bilanzschutz. Häufig ist die lokale Versicherungssumme z. B. im Haftpflichtbereich aus Sicht der deutschen Muttergesellschaft zu gering oder der lokale Versicherungsumfang ist entweder nicht im Detail bekannt oder unzureichend. Um ein einheitliches Versicherungsniveau zu erreichen, sollte der lokale Versicherungsschutz um eine in Deutschland abgeschlossene Anschlussdeckung ergänzt werden. Diese Anschlussdeckung, Master Cover, beinhaltet mindestens eine Summendifferenzdeckung (Difference in Limits, kurz DIL) und Bedingungsdifferenzdeckung (Difference in Conditions, kurz DIC). Darüber hinaus gibt es zumeist eine Summenausschöpfungsdeckung und, bei integrierten Programmen, die von einer Versicherungsgruppe gezeichnet werden, auch eine umgekehrte Bedingungsdifferenzdeckung (Reverse DIC).

Koordiniertes Versicherungsprogramm

Eine Kombination aus lokaler Grunddeckung und Master Cover wird als „koordiniertes Versicherungsprogramm“ bezeichnet. Dabei koordiniert unsere Auslandsabteilung die weltweiten Deckungen. Durch unsere zentrale Steuerung ist es nicht erforderlich, weltweit nur mit einer Versicherungsgruppe zusammenzuarbeiten. Aus Kostengründen ist es jedoch z. B. bei kleineren Vertriebsniederlassungen im Ausland häufig zweckmäßig, für den lokalen Versicherungsschutz einen anderen Versicherer zu wählen als für den deutschen Master Cover, um verhältnismäßig hohe Mindestprämien von ca. 2.500 EUR je Land plus Steuer zu vermeiden.

Die wichtigsten Vorteile eines Master Cover inkl. DIL/DIC bei separat abgeschlossenen Lokalpolicen (koordiniertes Programm):

  • Prämieneinsparung durch Reduzierung des lokalen Versicherungsschutzes möglich,
  • Ihr zentraler Ansprechpartner ist immer die Auslandsabteilung der Hörtkorn-Gruppe,
  • einheitlicher weltweiter Versicherungs- und Bilanzschutz,
  • Erfüllung lokaler Versicherungspflichten,
  • Einhaltung gesetzlicher Vorgaben (Compliance),
  • Individuelles weltweites Berichtswesen.

Integriertes Versicherungsprogramm

Bei einem integrierten Programm zeichnet ein führender Versicherer bei Steuerung durch unser Haus sowohl den lokalen Versicherungsschutz, der einem weltweiten, zuvor abgestimmten Standard entspricht, als auch den Master Cover. Beide Teilbereiche sind harmonisch aufeinander abgestimmt.

Ein integriertes Programm wird nur dann erfolgreich umzusetzen sein, wenn sichergestellt ist, dass die deutsche Muttergesellschaft im Hinblick auf den Einkauf von Versicherungsleistungen gegenüber ihren weltweiten Tochtergesellschaften weisungsbefugt ist. Ist eine Durchgriffsmöglichkeit der deutschen Mutter nicht gegeben, bietet es sich in der Regel an, ein koordiniertes Versicherungsprogramm oder eine Mischform zu installieren. Im Sachversicherungsbereich rechnet sich ein integriertes Versicherungsprogramm zumeist nur, wenn lokal größere Produktionseinheiten zu versichern sind.

Die wichtigsten Vorteile eines integrierten Versicherungsprogramms, zusätzlich zu den bereits genannten Vorteilen eines koordinierten Programms:

  • Zentrale Steuerung und optimale Abstimmung aller Versicherungsaspekte im In- und Ausland,- Bündelung der Kaufkraft,
  • Weltweit einheitliches Risiko- und Schadenmanagement,
  • Individuelle Prämienverteilung nach Ländern möglich,
  • Optimierung der Kosten und Versicherungssteuer.

Compliance

Sowohl bei einem koordinierten, als auch einem integrierten Programm müssen versicherungsaufsichtsrechtliche Besonderheiten in den einzelnen Ländern unbedingt beachtet werden. So gilt in der Schweiz als Nicht-EU Land eine strenge Inlandsversicherungspflicht. Die Anbieter von (deutschen) Anschlussdeckungen sind sich uneinig, wie in diesem Fall eine Mitversicherung zu regeln wäre. Die Mehrheit der Anbieter löst diese Vorgabe durch eine sog. Financial Interest Deckung. Dabei gilt im Schadenfall ausschließlich das finanzielle Interesse der Muttergesellschaft als (Mehrheits-) Eigentümerin der Lokalgesellschaft als versichert. Allerdings ist eine derartige Lösung nicht unumstritten.

Freedom of Services (FOS): Versicherung eines Risikos innerhalb der EU aus einem anderen EU Land

In den Mitgliedsstaaten der EU (und nur dort) besteht grundsätzlich Dienstleistungsfreiheit (Freedom of Services, kurz „FOS“). Die Dienstleistungsfreiheit garantiert dabei jedem Versicherungsnehmer innerhalb der EU das Recht, in allen EU-Ländern Versicherungen abzuschließen.

Bei so genannten FOS-Deckungen (auch „Europapolice“ genannt) wird der Versicherungsschutz für das ausländische Risiko über einen deutschen Vertrag oder, z.B. im Bereich der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung auch über UK (Lloyd‘s) zur Verfügung gestellt. Die Police basiert auf dem Recht des jeweiligen Landes und der dort üblichen Bedingungen. Es besteht kein Versicherungsvertrag im Ausland.

FOS-Deckungen sind ein zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite sind sie von Vorteil, da als Ansprechpartner stets der bekannte (deutsche) Versicherer zur Verfügung steht. Auf der anderen Seite kann eine FOS-Deckung niemals den Servicestandard bieten, der mit einem lokalen Versicherungsschutz und einer lokalen Betreuung durch unseren UNIBA-Netzwerkpartner möglich wäre. Schließlich kann eine FOS-Deckung zumeist auch kaum länderspezifische Besonderheiten abdecken. Als Beispiel mag Frankreich mit dem Terrorpool Gareat oder der Naturgefahrendeckung CatNat dienen.

Auch der administrative Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Denn im Hinblick auf alle vertraglichen Verpflichtungen und vor allen Dingen auch die Schadenbearbeitung erfolgt eine komplette Verlagerung nach Deutschland. Ob dies so gewünscht ist, sollte auf jeden Fall thematisiert werden.

Einschaltung von Hörtkorn INternational

In der Zusammenfassung hier noch einmal die Vorteile einer Einschaltung unseres Hauses bei internationalen Versicherungslösungen:

  • Risikoadäquater Versicherungsschutz mit weltweit einheitlichem Deckungsumfang,
  • Zentrale Übersicht und Steuerung,
  • Optimale Betreuung und Service vor Ort durch unsere UNiBA Netzwerkpartner
  • Umfassendes Berichtswesen, individuell ausgestaltet,
  • Vermeidung von Deckungslücken und nicht versicherten Unternehmensbereichen,
  • Vermeidung von Doppelversicherungen und/oder "Wildwuchs", 
  • Optimierung der Selbstbehaltsregelungen, 
  • Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben (Compliance-Regeln).

 Sprechen Sie uns an! Wir beraten Sie gerne und individuell.

Kontaktdaten Torsten Fütterer:
Telefon 07131-949-330
Email
torsten.fuetterer(a)dr-hoertkorn.de

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