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Änderungen zur gesetzlichen Hinterbliebenenrente

Vor Kurzem hat der Gesetzesgeber Leistungsverbesserungen bei der Hinterbliebenenrente, die volljährige Waisen und Halbwaisen betrifft, beschlossen. Zum einen wurde der Kreis der Anspruchsberechtigten erweitert, zum anderen entfällt für viele die Kürzung ihrer Waisenrente.

7.4.2015 (verpd) Waisen oder Halbwaisen erhielten bereits bisher unter bestimmten Umständen weiter eine Hinterbliebenenrente, wenn sie volljährig wurden. Nach Inkrafttreten der vor Kurzem verabschiedeten Gesetzesänderungen ab dem 1. Juli erweitert sich der Personenkreis der Waisen oder Halbwaisen, denen auch im Erwachsenenalter eine Hinterbliebenenrente zusteht. Außerdem entfällt die einkommensabhängige Kürzung der Waisenrente für volljährig Anspruchsberechtigte.

Jedes Jahr erhalten rund 60.000 Kinder erstmalig eine Hinterbliebenenrente in Form einer Voll- oder Halbwaisenrente, weil die Eltern oder ein Elternteil ums Leben gekommen sind. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung (DRV) erhielten Ende 2013 insgesamt knapp 344.500 verwaiste Kinder eine gesetzliche Waisenrente.

Auch Waisenkinder, die volljährig sind, erhalten unter bestimmten Kriterien, beispielsweise weil sie noch in einer Schul- oder Berufsausbildung sind, weiter eine Voll- oder Halbwaisenrente bis zu einer Altershöchstgrenze von maximal 27 Jahren. Vor Kurzem hat der Bundestag und -rat Gesetzesänderungen bezüglich der Hinterbliebenenrente für volljährige Waisen und Halbwaisen beschlossen, die ab dem 1. Juli 2015 in Kraft treten.

Keine Einkommensanrechnung auf Waisenrente

Bisher wird volljährigen Kindern die Hinterbliebenenrente je nach Höhe des Einkommens, die sie beispielsweise bei ihrer Ausbildung bekommen, gekürzt.

Aufgrund der Gesetzesänderungen werden ab dem 1. Juli diesen Jahres die Waisenrenten unabhängig von den Einkommensverhältnissen in voller Höhe ausgezahlt, da die Anrechnung des eigenen Einkommens auf die Waisenrente entfällt.

Die Betroffenen müssen nach Angaben des DRV hierfür keinen Antrag stellen. Laut DRV erhielten 2013 rund 180.400 volljährige Waisen eine Waisenrente, davon wurde bei etwa 16.500 Anspruchsberechtigten die Hinterbliebenenrente aufgrund der Einkommensanrechnung gekürzt.

Vorteile für Waisen, die einen Freiwilligendienst ableisten

Zudem erweitert sich durch die beschlossenen Gesetzesänderungen der Kreis der volljährigen Waisen, die ab dem 1. Juli 2015 einen Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung haben. Wie bisher auch erhalten Waisen nicht nur bis zum 18. Geburtstag, sondern unter bestimmten Voraussetzungen auch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres ihre Waisenrente weiter.

Die Kriterien dazu sind, dass der volljährige Waise sich in Schul- oder Berufsausbildung befindet, ein freiwilliges soziales Jahr oder ökologisches Jahr leistet, einen Bundesfreiwilligen-Dienst absolviert oder aber behindert ist und deshalb nicht selbst für sich sorgen kann. Durch die Gesetzesänderungen werden ab dem 1. Juli auch weitere nationale und internationale Freiwilligendienste zu einem Anspruch auf Waisenrente führen.

Fragen zu den Gesetzesänderungen, beispielsweise ob ein bestimmter Freiwilligendienst unter diese Neuregelung fällt, beantworten die Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung vor Ort in den Auskunfts- und Beratungsstellen oder am kostenlosen Servicetelefon unter 0800 100048013.

Für eine ausreichende Absicherung

Grundsätzlich beträgt die Höhe der Vollwaisenrente 20 Prozent beziehungsweise der Halbwaisenrente zehn Prozent der Versichertenrente, die dem verstorbenen Elternteil zum Zeitpunkt des Todes zugestanden hätte. Voraussetzung dafür ist, dass der verstorbene Elternteil gesetzlich rentenversichert war und entweder die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt hat oder durch einen Arbeitsunfall tödlich verunglückt ist.

In Westdeutschland hatten 2013 fast 292.000 Kinder Anspruch auf eine Waisenrente von durchschnittlich 160 Euro monatlich. In Ostdeutschland bekamen rund 52.500 Kinder eine Waisenrente in einer Durchschnittshöhe von 159 Euro. Wer genau wissen möchte, wie hoch die gesetzliche Hinterbliebenen-Absicherung der eigenen Kinder ist und inwieweit eine Versorgungslücke besteht, erhält vom Versicherungsexperten Hilfe.

Um ein mögliches Defizit zwischen dem aktuellen Haushaltseinkommen und dem zur Verfügung stehenden Betrag nach einem möglichen Todesfall abzusichern, bietet die Versicherungswirtschaft diverse Vorsorgeprodukte an.

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