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Bei einem Brand droht ein Totalverlust

Laut einer Studie eines technischen Dienstleisters haben immer noch viele mittelständischen Unternehmen Defizite beim Brandschutz. Dies kann jedoch für eine Firma, aber auch für deren Mitarbeiter schnell zu einer Existenzbedrohung werden.

05.02.2020 (verpd) Brände in Firmen verursachen jedes Jahr Schäden in Milliardenhöhe. Ein Brand gefährdet aber nicht nur das Firmengebäude und die Einrichtung wie die EDV sowie sonstige Betriebs- und Produktionsanlagen, sondern auch die Gesundheit und das Leben der Mitarbeiter. Weitere Folgen können ein Betriebs- oder Produktionsstillstand einhergehend mit einem erheblichen Ertragsausfall, aber auch hohe Konventionalstrafen und ein Vertrauensverlust bei den Kunden sein. Welche Absicherungs-Möglichkeiten es hierzu gibt.

Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) ereignen sich jedes Jahr diverse Brandschäden bei Firmen mit jeweils ab einer halben Million Euro versicherte Schäden pro Schadenereignis. Der jährliche versicherte Gesamtschaden, der allein durch solche Großbrandschäden verursacht wurde, betrug in den letzten 20 Jahren bis 2017 durchschnittlich zwischen einer Milliarde und 2,5 Milliarden Euro pro Jahr. Die größten zehn versicherten Einzelschäden seit 2011 lagen zwischen 283 Millionen Euro und 464 Millionen Euro.

Großschäden im zweistelligen Millionenbereich gab es bereits in zahlreichen Branchen: von der chemischen und Kunststoffindustrie über Kfz-Hersteller, Metallbe- und Verarbeitungsfirmen, Webereien, holzverarbeitende Firmen bis hin zu Schlachthöfen und landwirtschaftlichen Betrieben. Die häufigsten Schadensursachen für Brände in Firmen sind technische Fehler und Materialdefekte, Selbstentzündungen, Brandstiftung, aber auch fahrlässiges Verhalten von Mitarbeitern oder sonstigen Beschäftigten im Betrieb.

Zahllose Brandschutzvorgaben

Unabhängig von der Größe eines Unternehmens gilt es alle rechtlichen Brandschutzvorschriften zu erfüllen. Die Vorgaben diesbezüglich sind zahlreich. Sie sind unter anderem in diversen Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien enthalten. Darunter fallen beispielsweise das Arbeitsschutzgesetz, die Betriebssicherheits-Verordnung, die Arbeitsstätten-Verordnung, die Bauordnungen, die Gefahrenstoffverordnung und auch Unfallverhütungs-Vorschriften der gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV-Vorschriften) sowie diverse EU-Normen.

Tipps, welche Brandschutzvorschriften Unternehmen unterschiedlichster Branchen einzuhalten haben, enthält der Webauftritt der VdS Schadenverhütung GmbH (VDS). Einen ersten Überblick bietet beispielsweise der kostenlos downloadbare VDS-Leitfaden „Brandschutz im Betrieb“. Weitere Informationsquellen sind auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) und die Berufsgenossenschaften.

Zudem gibt es spezielle Beratungsunternehmen wie die Dr. Hörtkorn Risk Engineering GmbH, die sich auf den Brandschutz in Betrieben spezialisiert haben und beispielsweise bedarfsgerechte Brandschutz-Risikoanalysen und -konzepte für eine Firma erarbeiten.

Gefährliche Nachlässigkeit

Beispielsweise ist in jeder Firma mit Mitarbeitern aufgrund des Arbeitsschutzgesetzes eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen, um Risiken, denen die Mitarbeiter mitunter im Bereich der Brand- und Explosionsgefährdung ausgesetzt sind, zu erkennen und zu beseitigen. Eine weitere rechtliche Vorgabe ist auf Grundlage von Paragraf 10 Arbeitsschutzgesetz und Paragraf 4 DGUV Vorschrift 1, dass alle Mitarbeiter mindestens einmal im Jahr über die Brandgefahren, die Brandschutz-Einrichtungen und das Verhalten im Brandfall zu unterweisen sind.

Der technische Dienstleister Dekra hatte dazu eine Umfrage unter 300 Unternehmen mit einer Größe von je zehn bis 500 Mitarbeitern vom Marktforschungsinstitut Forsa durchführen lassen. Die Ergebnisse waren ernüchternd. Nur 71 Prozent führen die Brandschutz-Unterweisung wie vorgeschrieben regelmäßig durch. Fünf Prozent unterweisen ihre Beschäftigten zum Thema Brandschutz nur einmalig, beispielsweise nach der Neueinstellung eines Mitarbeiters, und neun Prozent führen die Brandschutz-Unterweisung nicht regelmäßig durch.

Ganze 14 Prozent der befragten Unternehmen unterließen die Brandschutz-Unterweisung sogar komplett. Diese Nachlässigkeit kann für den Mitarbeiter tödlich und für den Unternehmer folgenreich sein. Generell kann ein Verstoß gegen die rechtlichen Brandschutzvorgaben zu hohen Sach- und Personenschäden, aber auch zu hohen Schadenersatz-Forderungen und zur vorübergehenden Schließung des Betriebes führen. Auch strafrechtlichen Konsequenzen für die Unternehmens- und Personal-Verantwortlichen wie hohen Geld- oder Freiheitsstrafen sind möglich.

Das Schadenpotenzial ist extrem hoch

Doch selbst, wenn man alle gesetzlichen Vorgaben beachtet hat, kann es beispielsweise aufgrund eines Materialdefekts, eines technischen Fehlers, eines fahrlässigen Verhaltens eines Mitarbeiters, eines Blitzeinschlages oder auch aufgrund einer Brandstiftung zu einem Brand kommen. Die möglichen Schäden sind enorm. Ein Brand kann zur Zerstörung oder Beschädigung des Firmengebäudes, der Maschinen und Produktionsanlagen, der kompletten EDV und der sonstigen Betriebseinrichtung bis hin zu den Waren und/oder Vorräten führen.

Dies wiederum kann eine Störung des Betriebsablaufes oder sogar einen vollständigen Betriebs- oder Produktionsstillstand nach sich ziehen. Existenzielle Ertragsausfälle können die Folge sein. Es drohen eventuell auch hohe Konventionalstrafen durch die Geschäftspartner, weil man geplante Liefertermine oder eine zugesagte Fertigstellung eines Projektes oder einer Arbeit aufgrund des Brandes nicht einhalten kann.

Die Kosten für die Beseitigung der Schäden sowie für die Wiederherstellung oder Neuanschaffung der beschädigten oder zerstörten Gegenstände und verloren gegangenen Daten kommen noch dazu. Auch zu begleichende Schadenersatz-Forderungen, wenn das Feuer zum Beispiel auf das Hab und Gut Dritter übergreift, sind möglich. Selbst ein Reputationsverlust in der Öffentlichkeit wegen möglicher Vorwürfe seitens der Behörden oder Medien, die Brandschutzvorgaben oder Präventions-Möglichkeiten nicht ausreichend beachtet zu haben, ist mittlerweile keine Seltenheit mehr.

Umfassende Schadenabsicherung ist existenzsichernd

Dies alles zeigt zum einen, wie wichtig es ist, die gesetzlichen Brandschutzvorschriften zu erfüllen und darüber hinaus machbare Präventionsmaßnahmen umzusetzen. Zum anderen verdeutlicht dies, welche existenzielle Bedeutung eine umfassende finanzielle Absicherung des Unternehmens im Brandfall hat. Die Versicherungswirtschaft bietet hierzu für jedes Unternehmen passende Lösungen an.

So erstattet beispielsweise eine Gebäudeversicherung den Brandschaden an einem Gebäude. Eine Inhalts- oder Geschäftsversicherung kommt im vereinbarten Umfang für die Reparatur- oder Wiederbeschaffungs-Kosten auf, die durch einen Brand an den versicherten Sachen wie Einrichtung, Maschinen und Anlagen, EDV-Hardware, Waren und Vorräten entstanden sind. Auch die angefallenen Lösch-, Aufräum- und Schutzkosten lassen sich mit solchen Policen absichern.

Ein durch Brand verursachter Ertragsausfall lässt sich mit einer Betriebsunterbrechungs- oder auch Ertragsausfall-Versicherung absichern. Eine solche Police ersetzt je nach Vereinbarung die vorlaufenden Fixkosten wie Löhne und Gehälter, Kredite und den entgangenen Gewinn. Die Versicherungsleistung entspricht maximal der Versicherungssumme und wird anteilig für die Zeit der Betriebsstörung, höchstens jedoch bis zum in der Police vereinbarten Entschädigungszeitraum (Haftzeit) berechnet.

Vom Ertragsausfall bis hin zu Schäden bei anderen

In manchen Betriebsunterbrechungs-Policen kann auch vereinbart werden, dass der Versicherer für bestimmte Maßnahmen zahlt, die notwendig sind, um den Ertragsausfall oder auch sonstige Folgen durch die Betriebsstörung so gering wie möglich zu halten. Dies kann zum Beispiel die Übernahme der Kosten für eine provisorische Reparatur, für die Anmietung von Ersatzmaschinen oder für eine vorübergehende Auslagerung der Produktion sein.

Es gibt noch andere Firmenversicherungen, die je nach Unternehmen im Brandfall sinnvoll sein können. Während zum Beispiel in einer Inhaltsversicherung zwar die EDV, jedoch hier in der Regel nur die Hardware versichert ist, lassen sich in mancher Elektronik- oder speziellen Software-Police auch genutzte Software sowie die Daten einer Firma absichern. Bei einer solchen Police trägt der Versicherer, sofern vereinbart, zum Beispiel die Kosten für die Wiederherstellung von durch ein versichertes Risiko wie einen Brand zerstörte oder verloren gegangene Daten und Programme.

Auch eine ausreichend hohe Betriebshaftpflicht-Versicherung kann im Brandfall existenzsichernd sein. Denn sie übernimmt beispielsweise die Schadenersatz-Forderungen Dritter, wenn ein Feuer, das im Betrieb entstanden ist, auf deren Eigentum übergegriffen ist und es beschädigt hat. Eine solche Police wehrt aber auch unberechtigte oder überhöhte Forderungen ab. Eine Firmen- und Strafrechtsschutz-Versicherung ist mitunter hilfreich, wenn sich der Firmenverantwortliche wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen die Brandschutzvorgaben verteidigen muss.

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