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Die Regionen mit den teuersten Naturgefahrenschäden

In Deutschland waren einige Gebiete in den vergangenen 15 Jahren besonders schwer von Extremwetterereignissen betroffen, wie die Schadenbilanz des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. bei den registrierten Gebäudeschäden zeigt.

01.10.2018 (verpd) Die Liste der Kreise und kreisfreien Städte mit den höchsten Schäden an Immobilien, die durch Naturrisiken verursacht wurden, wird hierzulande von Deggendorf in Niederbayern angeführt. Zwischen 2002 und 2006 verursachten Sturm- und Hagelereignisse beziehungsweise Überschwemmungen durch Starkregen- und Hochwasserereignisse über 13.800 Euro Schaden pro Gebäude. Dies ist das Ergebnis einer Auswertung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV). Die am stärksten betroffenen Regionen liegen in Bayern und Sachsen.

In Deutschland gibt es kaum eine Region, in der es nicht zu extremen Wetterereignissen kommen kann. Dies zeigen jüngst vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) veröffentlichte Daten zu Gebäudeschäden durch Sturm, Hagel sowie Überschwemmungen infolge Starkregen oder Hochwasser.

Die höchsten Naturgefahrenschäden gab es in Deggendorf

Laut der veröffentlichten Schadensbilanz „Naturgefahrenschäden der Jahre 2002 bis 2016“ ist der niederbayerische Landkreis Deggendorf die am schlimmsten von Extremwetterereignissen betroffene Region Deutschlands. Im Schnitt richteten die oben beschriebenen Gefahren auf Fünfzehnjahressicht betrachtet hier einen Schaden von mehr 13.800 Euro pro Gebäude an.

Die Schäden verteilen sich GDV-Detaildaten zufolge zu über 93 Prozent auf sogenannte erweiterte Naturgefahren oder auch Elementarschäden genannt wie Überschwemmung, Schneedruck oder Erdrutsch. Nur knapp sieben Prozent der Schäden sind auf die „normalen“ Naturrisiken Sturm und Hagel zurückzuführen.

Am meisten Schäden richtete das Sturm- und Hagelereignis „Kyrill“ im Jahr 2007 an. Das Unwetter verursachte an 71,5 von 1.000 Gebäuden in dieser Region einen Durchschnittsschaden von 1.031 Euro. Das Hochwasser- und Starkregenereignis mit den meisten Schäden war das Juni-Hochwasser vor gut fünf Jahren. Betroffen waren 41,92 von 1.000 Gebäuden in Deggendorf. Der Schaden pro betroffenes Gebäude wird vom GDV mit 180.869 Euro angegeben.

Hohe Schäden in weiteren bayerischen und sächsischen Regionen

Durchschnittliche Schäden von jeweils rund 13.000 Euro pro Gebäude gab es im Betrachtungszeitraum auch in zwei weiteren bayerischen Regionen: im Landkreis Rottal-Inn sowie in der kreisfreien Stadt Passau. Gleiches gilt auch für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

In Rottal-Inn sorgte Kyrill als schwerstes Sturm- und Hagelereignis für im Schnitt 1.042 Euro Schaden pro betroffenes Gebäude. Die Quote lag bei 137,1 pro 1.000 Gebäude. 79.927 Euro Schaden an jedem betroffenen Gebäude verursachten die Hochwasser- und Starkregenereignisse „Friederike“ und „Gisela“ im Jahr 2016. 61,83 von 1.000 Gebäuden waren betroffen. An diesen entstand ein Durchschnittsschaden von 79.927 Euro.

Auch die beiden sächsischen Regionen Meißen sowie Dresden waren mit über 8.000 Euro beziehungsweise knapp 9.900 Euro Schaden je Gebäude überproportional stark von Naturgefahrenschäden betroffen. In den vorgenannten Gegenden gab es im Betrachtungszeitraum gleich zwei Hochwasser- oder Starkregenereignisse mit schweren Überschwemmungen – und zwar 2002 und 2013.

Hohe Schäden auch in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen

Wie der GDV weiter mitteilte, kam die kreisfreie Stadt Heilbronn auf Fünfzehnjahressicht betrachtet am glimpflichsten davon. Der Durchschnittsschaden liegt dort nur bei 400 Euro pro Gebäude – als Bundesschnitt werden 1.600 Euro ausgewiesen. In den anderen Flächenbundesländern plus Berlin waren die durchschnittlichen Schadenhöhen deutlich niedriger als in den bereits aufgeführten Regionen, wie die nachfolgende Auflistung zeigt:

  • Baden-Württemberg: Kreis Reutlingen mit 7.255 Euro Schaden pro Gebäude
  • Nordrhein-Westfalen: Münster mit 6.647 Euro Schaden pro Gebäude
  • Sachsen-Anhalt: Salzlandkreis mit 5.794 Euro Schaden pro Gebäude
  • Thüringen: Gera mit 5.624 Euro Schaden pro Gebäude
  • Rheinland-Pfalz/Saarland: Kreis Bernkastel-Wittlich mit 3.834 Euro Schaden pro Gebäude
  • Bremen/Niedersachsen: Wolfsburg mit 2.868 Euro Schaden pro Gebäude
  • Hamburg/Schleswig Holstein: Kreis Nordfriesland mit 2.372 Euro Schaden pro Gebäude
  • Hessen: Wiesbaden mit 2.344 Euro Schaden pro Gebäude
  • Mecklenburg-Vorpommern: Kreis Rostock mit 1.604 Euro Schaden pro Gebäude
  • Berlin/Brandenburg: Elbe-Elster-Kreis mit 1.522 Euro Schaden pro Gebäude

Der GDV hat in seinem Webauftritt für Interessierte eine interaktive Karte mit den Schadendaten auf Ebene der einzelnen Landkreise und kreisfreien Städte veröffentlicht. Übrigens: Wer der Ansicht ist, dass die normale Gebäudeversicherung alleine reicht, um gegen die Gefahren von Starkregen und Hochwasser geschützt zu sein, täuscht sich. „Vielen ist nicht bewusst, dass ihre Gebäudeversicherung zwar Schäden durch Feuer, Sturm oder Hagel abdeckt, nicht aber Schäden durch Starkregen oder Hochwasser“, betont dazu der GDV-Präsident Dr. Alexander Erdland.

Für eine umfassende Absicherung gegen Gebäudeschäden durch Starkregen, Überschwemmung, Hochwasser, Rückstau, aber auch Schneedruck, Lawinen, Erdrutsch, Erdsenkung sowie Erdbeben ist zusätzlich zur Gebäudeversicherung eine Elementarschaden-Versicherung nötig. Eine Elementarschaden-Versicherung kann meist optional als Zusatzbaustein gegen Aufpreis in eine Wohngebäude-Versicherungspolice miteingeschlossen werden.

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