Dr. hörtkorn  VERSICHERUNGSMAKLER

Detail

Die Schadenhäufigkeit von Lkws

Eine Schadenstatistik zeigt, dass es erhebliche Unterschiede zwischen der Schadenhäufigkeit von Lkws bis und ab 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht sowie zwischen Werk- und Güterverkehr gibt. Welche Absicherung für Unternehmen neben der Kfz-Haftpflichtversicherung noch sinnvoll ist.

11.4.2019 (verpd) Wie eine aktuelle Statistik der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht und des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. belegt, haben Lkws im Werkverkehr signifikant weniger Unfälle verursacht als Lkws, die zum Güterverkehr eingesetzt werden. Aber es gibt auch sonst noch deutliche Unterscheide bei der Schadenhäufigkeit und auch der Schadenhöhe zu unterschiedlichen Kriterien. Nicht selten werden bei solchen Unfällen auch die transportieren Güter beschädigt. Welche finanzielle Schadensbegrenzung diesbezüglich möglich und für einige Firmen auch Pflicht ist.

Für jedes Auto und jeden Lkw, der hierzulande zugelassen ist, muss eine Kfz-Haftpflichtversicherung bestehen, die die Schäden derer übernimmt, die durch das Kfz zum Beispiel bei einem Unfall geschädigt werden und nicht daran schuld sind. Nach einer Gemeinschaftsstatistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) haben in 2017 die Kfz-Haftpflichtversicherer für fast 389.600 Unfälle durch Lkws über 1,36 Milliarden Euro bezahlt.

2017 waren rund 2,77 Millionen Lkws – ohne Zugmaschinen – im Durchschnitt mindestens ein Jahr versichert. Das sind fast 141 Kfz-Haftpflichtunfällen je 1.000 versicherte Lkws. Die durchschnittliche Schadenhöhe betrug 3.491 Euro je Kfz-Haftpflichtunfall. Zum Vergleich: Im gleichen Jahr waren rund 44,00 Millionen Pkws im Schnitt mindestens ein Jahr versichert. Die Kfz-Haftpflichtversicherer zahlten für 2,82 Millionen Pkw-Unfälle 9,72 Milliarden Euro – eine durchschnittliche Schadenhöhe von 3.451 Euro je Kfz-Haftpflichtunfall. Die Schadenhäufigkeit lag bei 64 Kfz-Haftpflichtunfällen je 1.000 versicherte Pkws.

Lkws im Werkverkehr hatten knapp 290.000 Kfz-Haftpflichtschäden

Die Statistik verdeutlicht auch, dass sich die Schadenhäufigkeit und die durchschnittliche Schadenhöhe zwischen den verschiedensten Merkmalen, die sich auf den Lkw und seine Verwendung beziehen, zum Teil deutlich unterscheiden. Unter anderem unterteilt sich die Schadenstatistik nach Lkws bis und über 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse sowie nach Lkws im Werks- oder Güterverkehr. Besonders auffällig ist, dass die Schadenhäufigkeit aller Lkws im Güterverkehr über viermal höher ist als die im Werksverkehr.

Insgesamt gab es 2,55 Millionen Lkws im Werkverkehr, davon knapp 2,17 Millionen Lkws bis 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse und über 383.000 Lkws über 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse. Von den Lkws bis 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse wurden mehr als 200.000 Kfz-Haftpflichtschäden in Höhe von insgesamt 716 Millionen Euro verursacht. Die Schadenhäufigkeit lag bei 92 Kfz-Haftpflichtunfällen je 1.000 versicherte Lkws, die durchschnittliche Schadenhöhe je Kfz-Haftpflichtunfall bei 3.580 Euro.

Bei den Lkws ab 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse verzeichneten die Kfz-Versicherer knapp 89.400 Kfz-Haftpflichtschäden in Höhe von insgesamt 288 Millionen Euro. Je 1.000 dieser Lkws hatten demnach 233 einen Kfz-Haftpflichtunfall. Die Schadenhöhe je Unfall lag im Schnitt bei 3.228 Euro. Insgesamt hatten damit im Werkverkehr die 2,55 Millionen Lkws 289.400 Schäden mit einer Gesamtschadenhöhe von einer Milliarde Euro. Die Schadenhäufigkeit betrug 114 Kfz-Haftpflichtunfälle je 1.000 Lkws im Werkverkehr. Die Schadenhöhe je Unfall belief sich im Durchschnitt auf 3.472 Euro.

Hohe Schadenhäufigkeit bei Lkws im Güterverkehr

Im Güterverkehr waren im Berichtsjahr knapp 216.600 Lkws im Schnitt mindestens ein Jahr versichert. Davon hatten in 2017 mehr als 100.100 einen Kfz-Haftpflichtunfall. Der gesamte Schadenaufwand betrug über 355 Millionen Euro, die durchschnittliche Schadenhöhe je Kfz-Haftpflichtunfall 3.549 Euro. Die Schadenhäufigkeit lag bei 462 Kfz-Haftpflichtunfällen je 1.000 versicherte Lkws, was mehr als dem Vierfachen der Lkws im Werkverkehr entspricht.

Im Detail gab es im Güterverkehr über 91.000 Lkws bis 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse. Die Schadenanzahl belief sich hier auf nicht ganz 32.300 Kfz-Haftpflichtunfälle mit einer Gesamtschadenhöhe von knapp 119 Millionen Euro. Dies entspricht einer durchschnittlichen Schadenhöhe je Kfz-Haftpflichtunfall von 3.686 Euro und einer Schadenhäufigkeit von 354 Kfz-Haftpflichtunfällen je 1.000 versicherte Lkws.

Zudem gab es fast 126.000 Lkws über 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse im Güterverkehr. Laut Kfz-Versicherer wurden mit diesen Lkws knapp 67.900 Kfz-Haftpflichtunfälle mit einer Schadenhöhe von insgesamt mehr als 236 Millionen Euro verursacht. Die durchschnittliche Schadenhöhe lag damit bei 3.484 Euro und die Schadenhäufigkeit bei 541 Kfz-Haftpflichtunfällen je 1.000 Lkws über 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse im Güterverkehr.

Schäden am eigenen Lkw …

Bei dem genannten Schadenaufwand von insgesamt 1,36 Milliarden Euro, die die Kfz-Haftpflichtversicherer für die bei ihnen versicherten Lkws des Werk- und Güterverkehrs in 2017 bezahlt haben, sind die Schäden, die die Lkws selbst dabei erlitten haben, noch nicht enthalten. Denn Schäden am Lkw, für die der Fahrer selbst verantwortlich ist, lassen sich nur mit einer Vollkaskoversicherung absichern.

Besteht eine Vollkasko-Versicherung für den geschädigten Lkw, übernimmt diese den Unfallschaden abzüglich der vereinbarten Selbstbeteiligung, sofern der Unfall nicht absichtlich oder grob fahrlässig verursacht wurde. In einigen Kfz-Policen können auch grob fahrlässig verursachte Unfallschäden teils optional in den Versicherungsschutz eingeschlossen werden. Doch bei einem Unfall werden häufig nicht nur andere oder das eigene Kfz geschädigt, oftmals werden auch die transportierten Güter in Mitleidenschaft gezogen.

Für Fahrzeuge im Güterverkehr mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen ist man gemäß Paragraf 7a Güterkraftverkehrs-Gesetz verpflichtet, eine Güterschaden- beziehungsweise Verkehrs-Haftungsversicherung abzuschließen. Abgesichert sind hier mindestens die Güter- und Verspätungsschäden während der Beförderungen. Versicherbar sind in der Regel nicht nur Schäden durch Unfälle, sondern auch beim Be- und Entladen sowie durch Diebstahl.

… und an den transportierten Gütern

Doch auch alle anderen können sich für Schäden an den transportierten Gütern absichern. So ist es zum Beispiel möglich für alle, die mit Lkws oder auch kleineren Lieferwagen Güter für Dritte transportieren, eine Frachtführerhaftungs-Versicherung abzuschließen. Das betrifft zum Beispiel Frachtführer, Spediteure und Firmen, die im Auftrag anderer Unternehmen Güter zustellen. Wer seine eigenen Güter transportiert und diese im Schadenfall finanziell abgesichert haben möchte, kann eine sogenannte Werkverkehrs-Versicherung abschließen.

Sinnvoll kann eine solche Police zum Beispiel für Unternehmen sein, die eigene Waren ausliefern oder Güter zur eigenen Be- oder Verarbeitung befördern, wie Einzelhändler, Handwerker oder Fertigungsbetriebe. Abgesichert sind mit einer Werkverkehrs-Versicherung die Beschädigung oder der Verlust der transportierten Güter durch Unfall, Diebstahl des ganzen Kfz, Einbruch-Diebstahl, Raub, räuberische Erpressung sowie durch Brand, Explosion, Blitzschlag und höhere Gewalt wie Überschwemmung.

Wer selbst seine Waren von anderen transportieren lässt, kann sich ebenfalls absichern und zwar mit einer Transportversicherung. Für eine bedarfsgerechte Absicherung von Lkws und zu transportierenden Gütern, egal ob im Güter- oder Werkverkehr, empfiehlt sich eine umfassende Beratung durch einen Versicherungsexperten.

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