Dr. hörtkorn  VERSICHERUNGSMAKLER

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Höhere Sozialversicherungs-Grenzwerte ab 2016

Die Rechengrößen in der Sozialversicherung steigen auch im kommenden Jahr wieder auf breiter Front an. Mit welchen Auswirkungen Arbeitnehmer diesbezüglich rechnen müssen.

19.10.2015 (verpd) Im kommenden Jahr steigen die Beitragsbemessungs-Grenzen in der Renten- sowie in der Kranken- und Pflegeversicherung. Auch die Versicherungspflicht-Grenze in der Krankenversicherung wird nach der jüngst vom Bundeskabinett verabschiedeten Verordnung erhöht. Damit wird für Arbeitnehmer unter anderem der Zugang zur privaten Krankenversicherung weiter erschwert und ist ab Januar 2016 erst ab einem monatlichen Einkommen von über 4.687,50 Euro möglich.

Die Beiträge zu den Sozialversicherungen, also der gesetzlichen Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung, werden nur bis zu einer bestimmten Einkommensobergrenze erhoben, der sogenannten Beitragsbemessungs-Grenze. Wer mehr verdient, zahlt demnach maximal für den festgelegten Wert einen entsprechenden Sozialversicherungs-Beitrag.

Die Versicherungspflicht-Grenze, auch Jahresarbeitsentgelt-Grenze genannt, legt dagegen fest, bis zu welcher Höhe des jährlichen Bruttoarbeitsentgelts Arbeitnehmer in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung versicherungspflichtig sind. Wie das Bundeskabinett vor Kurzem mit der „Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2016“ beschlossen hat, werden die ab 2016 geltenden Beitragsbemessungs- und die Versicherungspflicht-Grenzen für Sozialversicherungen im Vergleich zu 2015 steigen.

Versicherungspflicht-Grenze ...

Formal muss der Bundesrat der Verordnung zwar noch zustimmen. Dies gilt jedoch als reine Formsache, da die Veränderung der Grenzwerte festen mathematischen Vorgaben folgt, nämlich der Entwicklung der Löhne und Gehälter im Vorvorjahr, aktuell also 2014. Die Steigerung bezifferte das BMAS auf 2,66 Prozent im Bundesgebiet – in den alten Bundesländern 2,54 Prozent, in den neuen Bundesländern 3,39 Prozent.

Die bundesweit geltende Versicherungspflicht-Grenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) Anfang 2016 um 1.350 Euro beziehungsweise 2,46 Prozent auf 56.250 Euro angehoben.

Damit wird der Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) erst ab einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 4.687,50 Euro – das sind 56.250 Euro im Jahr – möglich. Heuer ist ein Wechsel noch bei einem Bruttogehalt ab 4.575 Euro im Monat durchführbar.

... und Beitragsbemessungs-Grenzen steigen

Auch die ebenfalls bundeseinheitlich geltende Beitragsbemessungs-Grenze (BBMG) in der GKV wird den Ministeriumsangaben zufolge zum 1. Januar Anfang 2016 um 1.350 Euro auf 50.850 Euro im Jahr beziehungsweise 4.237,50 Euro im Monat erhöht – 2015 waren es noch monatlich 4.125 Euro.

Die BBMG in der gesetzlichen Rentenversicherung steigt bezogen auf das monatliche Bruttoeinkommen um 150 Euro auf 6.200 Euro im Westen beziehungsweise um 200 Euro auf 5.400 Euro im Osten. Somit müssen bis zu einem Jahreseinkommen von 74.400 Euro (alte Bundesländer) beziehungsweise 64.800 Euro (neue Länder) Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung geleistet werden. Über diesen Grenzbetrag hinausgehende Einkünfte sind beitragsfrei.

Wie die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) ergänzend mitteilte, haben rund 1,3 Millionen Versicherte in den alten Bundesländern und etwa 130.000 Versicherte in den neuen Ländern Einkünfte an oder über der jeweiligen BBMG. Das vorläufige Durchschnittsentgelt, also der durchschnittliche Bruttoverdienst (Lohn oder Gehalt) eines gesetzlich rentenversicherten Arbeitnehmers wird für das Jahr 2016 bundeseinheitlich mit 36.267 Euro festgesetzt. In 2015 betrug dieser Wert noch 34.999 Euro.

Auch Bezugsgröße erhöht sich

Ein weiterer wichtiger Sozialversicherungswert ist die Bezugsgröße. Sie entspricht dem Durchschnittsentgelt aller gesetzlich Rentenversicherten des vorvergangenen Kalenderjahres – für die Werte in 2016 sind damit die Werte von 2014 maßgebend. Die Bezugsgröße spielt zum Beispiel bei der Festlegung von Grenzwerten wie zur kostenlosen Mitversicherung von Familienangehörigen bei der gesetzlichen Krankenversicherung oder bei der Hinzuverdienstgrenze von Rentnern eine Rolle.

Die Bezugsgröße in der Sozialversicherung steigt im Westen auf monatlich 2.905 Euro (2014: 2.835). In den neuen Ländern erhöht sich dieser Wert auf 2.520 Euro (2014: 2.425 Euro), wie das Ministerium weiter mitteilte.

Dadurch können beispielsweise Familienangehörige ab 2016 nur beitragsfrei in einer bestehenden gesetzlichen Krankenversicherung des Ehegatten oder eines Elternteils mitversichert werden, wenn sie nicht mehr als den siebten Teil der Bezugsgröße verdienen. Das wären für 2016 also 4.980 Euro im Jahr oder 415 Euro monatlich. Eine Ausnahme besteht für die Ausübung einer geringfügigen Beschäftigung (Minijob), hier liegt die Grenze für eine kostenlose Familienmitversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung weiterhin bei 450 Euro im Monat.

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