Dr. HÖRTKORN  VERSICHERUNGSMAKLER

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Incoterms 2020: Was Sie wissen müssen

Die International Chamber of Commerce (ICC) hat neue Incoterms verabschiedet, die zum Jahreswechsel in Kraft treten. Was sich verändert und was das für Sie bedeutet, haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst.

Zum Hintergrund: Incoterms
Die Internationale Handelskammer (ICC) in Paris gibt seit 1936 „Internationale Regeln für die Auslegung der handelsüblichen Vertragsformeln” heraus, die kurz Incoterms (International Commercial Terms) genannt werden. Immer wieder wurden sie an die sich ändernden Handelsgewohnheiten angepasst.

Die weltweit anerkannten und einheitlichen Vertrags- und Lieferbedingungen ermöglichen es internationalen Geschäftspartnern, ein Handelsgeschäft standardisiert abzuwickeln. Missverständnisse oder gar rechtliche Komplikationen sollen so minimiert werden. Die Incoterms regeln dabei die Kostenverteilung, die Risikoverteilung und die Sorgfaltspflichten zwischen den Vertragspartnern, genauer den Gefahrübergang der Ware, die Kostentragung für Transport und Sonstiges sowie im Speziellen in den Klauseln CIF und CIP die Versicherungspflicht.

Incoterms 2020: die Neuerungen
„Grundsätzlich kann ich unsere Kunden beruhigen“, sagt Rene Tutas, Leiter Transport & Verkehrshaftung bei der Dr. Friedrich E. Hörtkorn GmbH. „Die Neuerungen wirken sich nicht auf den Versicherungsschutz bestehender Policen aus.“ Zu den wichtigsten Änderungen aus Sicht der Versicherungen gehört, dass der Deckungsumfang der Versicherungspflicht bei CIP neu definiert wurde. Der Mindestdeckungsumfang in der Klausel CIF bleibt bei Institute Cargo Clauses C, in der Klausel CIP allerdings wurde der Mindestdeckungsumfang auf Institute Cargo Clauses A angepasst. Die Institute Cargo Clauses A sind in etwa vergleichbar mit den deutschen DTV Güter 2000/2008 Volle Deckung.
„Zudem wurden die Klauseln CIF und CIP um den Zusatz ergänzt, dass diese Klauseln nur dann Anwendung finden, wenn keine Restriktionen oder Sanktionen gegen die Bereitstellung des Versicherungsschutzes sprechen. Sollte dies der Fall sein, ist automatisch auf CFR (bei CIF) bzw. CPT (bei CIP) zurückzugreifen“, erläutert Rene Tutas.

Darüber hinaus wurde die erst 2010 neu eingeführte Klausel DAT – delivered at terminal – durch die Klausel DPU – delivered at place unloaded – ersetzt. Das zielt auf eine genauere Definition des Gefahren- und Kostenübergangs. In allen Klauseln gibt es nun eine klare Definition bzw. Aufnahme der Kostentragung, um eine höhere Kostentransparenz für beide Vertragspartner zu erreichen. Bislang war außerdem vorgegeben, dass der Transportauftrag an einen Dritten, also einen Spediteur oder Frachtführer, erfolgen muss. Die Klauseln FCA und DPU legen nun fest, dass der Transport auch in eigener Regie durchgeführt werden kann, das heißt, es besteht keine Verpflichtung mehr, einen Frachtvertrag abzuschließen.

 

Übersicht der neuen Klauseln

  • E-Klausel (ex work = EXW) Transportkosten und -risiken sind vom Käufer zu tragen.
  • F-Klauseln (free carrier = FCA, free alongside ship = FAS, free on board = FOB) Haupttransportkosten und -risiken sind vom Käufer zu tragen.
  • C-Klauseln (carriage paid to = CPT, carriage and insurance paid to = CIP, cost and freight = CFR, Cost, Insurance and freight = CIF) Haupttransportkosten sind vom Verkäufer, Risiken aber vom Käufer zu tragen bei CIF und CIP besteht eine Versicherungspflicht des Versenders bis zum Empfangshafen.
  • D-Klauseln (delivered at place unloaded = DPU NEU, delivered at place = DAP, delivered duty paid=DDP) Transportkosten und -risiken sind vom Verkäufer zu tragen.


Haben Sie Fragen zu den Incoterms 2020 oder zu Ihrem Versicherungsschutz? Dann wenden Sie sich gerne an:

Rene Tutas
Dr. Friedrich E. Hörtkorn GmbH
Leiter Transport & Verkehrshaftung

Tel.: +49 7131 949 220
rene.tutas(at)dr-hoertkorn.de

Weiterführende Informationen:
www.incoterms2020.de

 

 

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