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Lärm stört nicht nur den Schlaf

Lärm ist nicht nur lästig, sondern mitunter auf gefährlich. Ständiger oder zu hoher Lärm raubt einem nicht nur den Schlaf, sondern kann auch zu Depressionen und anderen Krankheiten führen. Doch jeder kann sein individuelles Gesundheitsrisiko durch Lärm reduzieren.

27.11.2017 (verpd) Lärm gilt als einer der Faktoren, die Menschen um den Schlaf bringen und zu Gesundheitsschäden führen können. Daher gibt es Grenzwerte hinsichtlich des Lärms, die man beachten sollte.

Die Studie „Schlaf gut, Deutschland“ einer gesetzlichen Krankenkasse, nämlich der Techniker Krankenkasse, verweist unter anderem auf den Risikofaktor Lärm. Lärm sorgt beispielsweise für Probleme beim Einschlafen und wirkt sich negativ auf die Qualität des Schlafs aus. In der Folge kann nächtlicher Lärm psychische Störungen auslösen oder auch die Ursache für Bluthochdruck und Herzinfarkte sein. Betroffen vom Straßenlärm sind laut dieser Studie 13 Prozent aller Befragten.

In den Städten, also dort wo der Straßenlärm größer ist, findet jeder Fünfte durch den Lärm von außen keinen erholsamen Schlaf. Weitere 15 Prozent der Befragten fühlen sich durch anderen Lärm, also beispielsweise durch die Geräuschkulisse der Nachbarschaft im Schlaf gestört und ein Siebtel der Menschen stören sich am Schnarchen ihres Bettnachbarn.

Auswirkungen von Lärm

Doch nicht nur in der Nacht, sondern generell kann Lärm zu teils erheblichen Gesundheitsstörungen führen. Ein Ergebnis einer Studie der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) war, dass bei einer extremen Lärmbelästigung Depressionen und Angst doppelt so häufig auftreten wie bei einer geringen Lärmbelästigung.

Wie gefährlich Lärm ab einer Dauerbelastung über etwa 65 Dezibel (A), kurz dB(A), am Tag sein kann, unterstreicht das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. „Nachgewiesen wurden Änderungen in Stoffwechsel und Hormonhaushalt, Änderung der Gehirnstromaktivität, aber auch schlechter Schlaf und Stresssymptome wie Hormonausschüttung. Langfristig kann dies zu hohem Blutdruck und Herzinfarkt führen“, ist im BMUB-Webportal bezüglich einer Lärmdauerbelastung ab 65 dB (A) zu lesen.

Laut Weltgesundheits-Organisation (WHO) kann bereits eine längerfristige Lärmbelastung über 55 dB (A) eine Ursache für psychische Störungen sowie Bluthochdruck und Herzinfarkte sein. Deshalb gibt es die Leitlinien zum Schutz vor nächtlicher Lärmbelastung des Regionalbüros Europa der WHO, die einen jährlich durchschnittlichen nächtlichen Geräuschpegel von maximal 40 Dezibel als Grenzwert vorgeben. Das entspricht in etwa dem Straßenlärm, der in ruhigen Wohngegenden, besteht.

Mögliche Lärmquellen

Außerdem wirkt sich Lärm auf das Hörvermögen aus. Kurze Schallspitzen oder ein dauerhaft hoher Lärmpegel können bis zur Schwerhörigkeit führen. Ein hohes Risiko, einen Gehörschaden zu erleiden, besteht ab einer ständigen Lärmbelastung von mehr als 85 dB (A) – das entspricht dem Lärm einer stark befahrenen Straße –, oder bei einem kurzfristigen Lärm mit mehr als 137 dB (A), zum Beispiel durch den Lärm eines startenden Flugzeugs.

Daher ist es wichtig, die Lärmquellen richtig einschätzen zu können. Ein normales Gespräch, ein laufender Fernseher oder ein Radio haben beispielsweise einen Lärmpegel zwischen 50 und 60 dB. Haushaltsgeräte liegen bei rund 70 dB, ein einzelner vorbeifahrender Pkw bei 75 dB und ein normaler Straßenverkehr zwischen 75 und 85 dB. 85 dB erreichen zum Beispiel Handkreissägen oder Elektrobohrhämmer.

Der Schwerlastverkehr verursacht rund 95 dB Lärm, ein Presslufthammer 100 dB, ein Diskobesuch zwischen 90 und 120 dB, ein Rockkonzert 100 bis 120 dB und ein startendes Flugzeug zwischen 105 und 140 dB. Selbst Kinderspielzeug wie Rasseln, Quietschentchen oder elektronisches Spielzeug sowie Musikkopfhörer können 110 dB (A) und mehr erreichen.

Schutz vor Lärm

Wer beispielsweise 15 Minuten am Tag ohne einen Gehörschutz mit einem Winkelschleifer oder einer Motorsäge arbeitet, geht ein hohes Risiko ein, einen Gehörschaden zu erleiden. Das Perfide dabei: Ein Hörschaden beginnt schleichend über einen langen Zeitraum hinweg. Zudem können Schädigungen des Gehörs, die bereits eingetreten sind, nicht geheilt werden. Deshalb gilt: Vorbeugen.

Aus diesem Grund müssen Beschäftigte, die an einem Arbeitsplatz in lauter Umgebung, konkret ab einer Lautstärke von 85 dB (A) tätig sind, einen Gehörschutz tragen. Eine Schutzmaßnahme, die auch bei Tätigkeiten in der Freizeit, also beispielsweise beim Rasenmähen oder Bohren, beim Umgang mit Feuerwerkskörpern oder bei Konzertbesuchen sinnvoll ist. Außerdem sollte man unnötig laute Geräusche vermeiden, also beispielsweise die Lautstärke der Musik, die über den Kopfhörer angehört wird, entsprechend reduzieren.

Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) bietet einen Lärmbelastungsrechner zum Herunterladen an, der auch zum Zweck des Arbeitsschutzes genutzt werden darf. Dieser wertet das individuelle Risiko, an einer Schwerhörigkeit zu erkranken, aus. Grundlegende Infos zum Thema liefern die Broschüren „Besser leben mit weniger Lärm“ des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen oder „Lärm im Alltag“ der Deutschen Gesellschaft für Akustik e.V. (DEGA).

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