Selbstständige: Bessere Altersvorsorge – weniger Steuern

Die meisten Selbstständigen und Freiberufler müssen selbst für ihr Alterseinkommen vorsorgen. Allerdings können sie sich diesbezüglich vom Staat fördern lassen.

19.10.2015 (verpd) Die meisten Selbstständigen oder Freiberufler sind nicht gesetzlich rentenversicherungs-pflichtig und haben deswegen keinen direkten Anspruch auf staatlich geförderte Altersvorsorge in Form eines Riester-Rentenvertrages. Allerdings gibt es für sie eine andere Form, mit staatlicher Hilfe für das Alter vorzusorgen.

Selbstständige, die nicht gesetzlich rentenversicherungs-pflichtig sind, können mit einem Basis-Rentenvertrag, auch Rürup-Rente genannt, mit finanzieller staatlicher Unterstützung in Form von Steuervergünstigungen für ihr Alter vorsorgen.

Es handelt sich dabei um eine private, kapitalgedeckte Leibrentenversicherung, bei der die gezahlten Prämien bis zu einem bestimmten Betrag steuerlich geltend gemacht werden können. Unter einer Leibrente versteht man eine Rentenzahlung, die bis zu einem bestimmten Ereignis – üblicherweise bis zum Tod des Rentenempfängers – geleistet wird.

80 Prozent der Prämien sind steuerlich absetzbar

Wann und wie viel der Selbstständige in den Basis-Rentenvertrag einzahlt, steht ihm weitestgehend frei. In 2015 sind 80 Prozent der tatsächlich eingezahlten Prämien, höchstens jedoch 80 Prozent von 22.172 Euro, also 17.737,60 Euro, als Sonderausgaben abzugsfähig.

Für zusammen veranlagte Ehepaare gilt der doppelte Betrag, in diesem Jahr folglich 35.475,20 Euro (80 Prozent von 44.344 Euro). Der Prozentsatz für die steuerliche Abzugsfähigkeit steigt bis 2025 jedes Jahr um zwei Prozent, bis die volle Summe, also 100 Prozent, erreicht ist.

Die Rentenleistung selbst ist nachgelagert besteuert – das heißt ein Teil der Rente ist ab Rentenbeginn zu versteuern. Der zu versteuernde Anteil wird zu Beginn des Rentenbezuges festgelegt und gilt für die gesamte Bezugsdauer. Wer beispielsweise 2015 in Rente geht, muss 70 Prozent seiner Basis-Rente für die laufende Bezugszeit versteuern. Dieser Prozentsatz steigt bis 2020 je Jahr für den jeweiligen Rentenbeginn um zwei Prozent und ab 2020 bis 2040 um ein Prozent.

Krisensicheres Ansparen

Jeder Basis- oder Rürup-Vertrag erfüllt bestimmte Kriterien, damit die steuerliche Begünstigung gilt. In jedem dieser Verträge wird eine lebenslange, monatliche Leibrente garantiert. Grundsätzlich ist für die Basisverträge, die nach 2012 abgeschlossen wurden, als frühestes Auszahlungsalter der lebenslangen Rente das 62. Lebensjahr festgelegt. Die Leistungsansprüche dürfen weder veräußerbar, kapitalisierbar, veränderbar, übertragbar noch beleihbar sein.

Die Aufwendungen für diese Art der Altersvorsorge sind außerdem Hartz-IV-sicher. Das heißt, selbst im Falle von längerer Arbeitslosigkeit wird das in einem Basis-Rentenvertrag zur Altersvorsorge angesparte Kapital nicht als Vermögen gezählt und muss deshalb auch nicht vorrangig aufgebraucht werden, um Anspruch auf Arbeitslosengeld II zu haben.

Ergänzend zur eigenen Altersvorsorge kann der Versicherte zusätzlich einen Hinterbliebenen-, Berufs- und/oder Erwerbsunfähigkeits-Schutz im Basisvertrag vereinbaren.

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