Dr. HÖRTKORN  VERSICHERUNGSMAKLER

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Suchtprobleme der Mitarbeiter sind für Arbeitgeber teuer

Auch aus Arbeitgebersicht ist es wichtig, Suchtprobleme der Mitarbeiter zu verhindern oder frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern, denn die Auswirkungen einer Sucht sind auch für das betreffende Unternehmen oft teuer.

05.02.2020 (verpd) Egal um welche Sucht es sich handelt, die psychischen und gesundheitlichen Auswirkungen sind für den Süchtigen und dessen Angehörigen oft massiv. Volkswirtschaftlich kosten die Folgen der Sucht einige Milliarden Euro. Auch Arbeitgeber sind davon betroffen. Sie müssen bei Suchtkranken mit einer verminderten Konzentrations- und Arbeitsleistung, einem erhöhten Krankenstand bis hin zu einer vorzeitigen dauerhaften Erwerbsminderung rechnen. Die Folgen für den Arbeitgeber sind unter anderem höhere Kosten und eine geringere Wertschöpfung. Allein der Produktionsverlust durch das Rauchen beträgt fast 56 Milliarden Euro, so die Bundesregierung.

Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zeigen repräsentative Studien, dass hierzulande rund zwölf Millionen Bürger regel- oder unregelmäßig Tabak rauchen. Zudem haben etwa 9,5 Millionen Personen ein Alkoholproblem, etwa 1,8 Millionen Bürger gelten sogar als alkoholabhängig. Des Weiteren sind rund 2,3 Millionen Menschen medikamentenabhängig und etwa 600.000 Bürger weisen einen problematischen Konsum von Cannabis und sonstigen illegalen Drogen auf.

Eine kürzlich erschienene Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit, eines Trägers der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), kommt zu dem Ergebnis, dass rund elf Prozent der Arbeitnehmer oder Beschäftigten in Deutschland einen riskanten oder sogar schädlichen Alkoholkonsum aufweisen. Das sind etwa vier Millionen Arbeitnehmer. Zudem sind etwa 16 Prozent zigarettenabhängige Raucher und damit rund 6,5 Millionen Beschäftigte.

Mehrere Milliarden Euro Produktionsverlust durch Raucher

Die gesundheitlichen Probleme, die illegale oder auch legale Drogen bei den Betroffenen hervorrufen können, aber auch die durch einen Drogenkonsum möglichen Persönlichkeits- und Verhaltensänderungen sind enorm. Die Auswirkungen spüren nicht nur die Betroffenen selbst und deren Angehörige, sondern auch die Arbeitgeber von Mitarbeitern mit Suchtproblemen.

So entfallen fast vier Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage, die aufgrund psychischer und Verhaltensstörungen anfallen, auf psychische Störungen oder Verhaltensstörungen aufgrund illegaler oder legaler Drogen wie Alkohol, Cannabis, Tabak oder auch Schmerz-, Aufputsch- oder Schlafmittel. Insgesamt sind das im Jahr rund vier Millionen Arbeitsunfähigkeitstage. Laut aktuellen Angaben der Drogenbeauftragten der Bundesregierung wird allein durch das Rauchen ein Produktionsverlust für die deutsche Wirtschaft in Höhe von rund 56 Milliarden Euro jährlich verursacht.

Dafür verantwortlich sind unter anderem Krankentage, eine frühzeitige Erwerbsminderung oder auch ein vorzeitiges Ableben der Arbeitnehmer durch raucherbedingte Krankheiten. Die indirekten Kosten für mögliche Raucherpausen sind hier noch gar nicht miteingerechnet. Allein die Kosten, die durch Unfälle am Arbeitsplatz entstehen, welche im ursächlichen Zusammenhang mit dem Rauchen stehen, betragen im Jahr rund 281 Millionen Euro. Doch auch ein übermäßiger Alkoholkonsum bei Arbeitnehmern hat für die Wirtschaft extrem teure Folgen.

Wenn Arbeitnehmer zu viel Alkohol trinken

Wie aus dem Drogen-und Suchtbericht 2018 der Bundesregierung hervorgeht, beläuft sich der volkswirtschaftliche Schaden durch einen missbräuchlichen oder gesundheitsschädlichen Alkoholkonsum auf rund 40 Milliarden Euro. Davon allein rund 4,3 Milliarden Euro durch eine alkoholbedingte Arbeitsunfähigkeit. Zu den negativen Auswirkungen für den Arbeitgeber zählen unter anderem die verminderte Arbeitsleistung der betroffenen Beschäftigten aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums sowie ein durch Alkoholkonsum erhöhtes Unfallrisiko bei der Arbeit.

Personen, die regelmäßig zu viel Alkohol trinken, weisen nach Gesundheitsexperten oft auch Persönlichkeits-Änderungen wie erhöhte Unruhe, Konzentrationsprobleme und Reizbarkeit sowie eine vermehrte Unzuverlässigkeit bis hin zu Ängsten und Depressionen auf. Dies kann sich unter anderem auf die Arbeitsleistung und -qualität des Betroffenen, aber auch auf das Betriebsklima beim Umgang mit den Vorgesetzten und Kollegen insgesamt auswirken.

Aus wirtschaftlicher Sicht sind eine alkoholbedingte vorübergehende Arbeitsunfähigkeit, ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Arbeitsleben wegen einer alkoholbedingten Erwerbsunfähigkeit oder eines frühzeitigen Ablebens ebenfalls negative Folgen für den Arbeitgeber. Laut der DAK-Gesundheit sind alleine die Krankmeldungen bei Suchtproblemen zu 74 Prozent auf übermäßigem Alkoholkonsum zurückzuführen, das entspricht fast drei Millionen Arbeitsunfähigkeits-Tage im Jahr.

Leitfäden für Arbeitgeber und Personalverantwortliche

Insgesamt zeigen die Fakten, wie wichtig es ist, bei der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) auch auf einen gesundheitsförderlichen Arbeits- und Lebensstil wie eine Suchtprävention im Betrieb zu achten. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DSH), gefördert vom BMG, bietet für Arbeitgeber diverse kostenlos herunterladbare Basisinformationen und Leitfäden zum Umgang mit suchtkranken Mitarbeitern an.

Hilfreich ist beispielsweise der Ratgeber „Suchtprobleme am Arbeitsplatz – Eine Praxishilfe für Personalverantwortliche“. Er zeigt, wie man erkennt, dass ein Beschäftigter ein Suchtproblem hat und was Personalverantwortliche auch im Hinblick auf rechtliche Fragen hier unternehmen können. Weitere DSH-Ratgeber sind: „Alkohol am Arbeitsplatz: Eine Praxishilfe für Führungskräfte“, „Das Gespräch unter Kolleginnen und Kollegen – Eine Praxishilfe für die Suchtarbeit im Betrieb“ und „Suchtprävention und Suchtkrankenhilfe – Schlaf- und Beruhigungsmittel am Arbeitsplatz“.

Umfassende Informationen und Hilfen für Arbeitgeber unter anderem zur Suchtvorbeugung sowie zu Interventionskonzepten und Gesprächsleitfäden für Führungskräfte bei Suchtproblemen von Mitarbeitern enthält auch der DSH-Webauftritt www.sucht-am-arbeitsplatz.de. Das Infotelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet unter der Telefonnummer 0221 892031 auch eine erste persönliche Beratung bezüglich weiterer Hilfs- und Beratungsmöglichkeiten an.

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