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Versicherungssteuer für ausländische Risiken

Sofern ein deutscher Versicherer für ausländische Risiken keine Versicherungssteuer erhebt, bedeutet das nicht automatisch, dass dem Finanzamt im jeweiligen Land keine Steuer zusteht.

Versicherungsverträge unterfallen nicht wie die meisten anderen Verträge in Deutschland der Umsatzsteuer, sondern der Versicherungssteuer. Sofern ein deutscher Versicherer für ausländische Risiken keine Versicherungssteuer erhebt, bedeutet das nicht automatisch, dass dem Finanzamt im jeweiligen Land keine Steuer zusteht. Selbst wenn in der Praxis die Verantwortlichkeit meistens auf den Versicherer übertragen wird, bleibt der Versicherungsnehmer Steuerschuldner.

Bei international aufgestellten Unternehmen sind internationale Versicherungsprogramme mittlerweile eher die Regel als die Ausnahme. Ausländische Niederlassungen werden meist im Rahmen einer sogenannten Konditions- und Summendifferenzdeckung (DIC/DIL) in die „Master“-Police der deutschen Muttergesellschaft eingeschlossen. Diese Deckung kommt zum Tragen, wenn der lokale Versicherungsvertrag nicht greift, oder eben von der Summe nicht ausreicht.

Oftmals werden ausländische Niederlassungen aber auch komplett im Versicherungsvertrag der deutschen Muttergesellschaft mitversichert, also ohne eine lokale Grunddeckung. Dies erfolgt entweder als sogenannte FOS-Deckung (Freedom of Services, Dienstleistungsfreiheit innerhalb der EU / des EWR) oder als sogenannte Non-admitted-Deckung, wenn sich das Risiko außerhalb des EWR befindet.

Auch wenn es sich hierbei um deutsche Versicherungspolicen handelt, haben die jeweiligen ausländischen Finanzbehörden einen Anspruch auf Versicherungssteuer, die sich anhand des jeweiligen Nettoprämienanteils je Land berechnet.

Bei mitversicherten Auslandsrisiken innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums (FOS-Deckung) gibt es für gewöhnlich keine Probleme hinsichtlich der Erhebung und Abführung der landesüblichen Versicherungssteuer an die jeweils zuständige lokale Finanzbehörde, da dies durch den deutschen Versicherer erfolgt.

Befinden sich die mitversicherten Risiken jedoch außerhalb des EWR (Non-admitted), erfolgt meist nur noch eine Nullstellung der Versicherungssteuer durch den Versicherer. Dieser erhebt bei dem jeweiligen Land somit nur noch die Nettoprämie. Die Steuerschuld (Berechnung und auch Abführung der lokalen Versicherungssteuer an die entsprechende lokale Finanzbehörde) liegt nun bei Ihnen als Versicherungsnehmer.

Zur Vermeidung von steuerlichen Problemen empfehlen wir Ihnen deshalb, unbedingt Ihren Steuerberater zu kontaktieren, sofern ausländische Risiken außerhalb des EWR in Ihren deutschen Verträgen mitversichert gelten.

Sofern Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, sprechen Sie gerne die Auslandsabteilung unseres Hauses an, vertreten durch Torsten Fütterer.

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