Dr. HÖRTKORN  VERSICHERUNGSMAKLER

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Weniger Insolvenzen, aber steigender Zahlungsverzug

Statistiken belegen, dass die Insolvenzen zumindest in Deutschland bisher weiter zurückgehen. Allerdings zeigt eine weitere Auswertung, dass die Zahlungsmoral abnimmt. Zahlen Kunden nicht, kann das ohne einen passenden Schutz für ein Unternehmen schnell zum finanziellen Risiko werden.

05.02.2020 (verpd) Auch wenn die Anzahl der Firmen- und Verbraucherinsolvenzen hierzulande seit Jahren abnimmt, nehmen seit Kurzem die Zahlungsverzögerungen zu, wie aktuelle Berichte einer Wirtschaftsauskunftei belegen. Bleibt ein Unternehmen auf seinen Forderungen sitzen, weil Kunden insolvent sind oder aus anderen Gründen ihre an sie gestellten Rechnungen nicht begleichen, kann das schnell zu finanziellen Liquiditätsengpässen führen. Wie Firmen dieses Risiko minimieren können.

Wie aus einer aktuellen Datenanalyse der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervorgeht, nimmt in Deutschland seit 2010 die Anzahl der Insolvenzen jedes Jahr zwischen rund vier und sechs Prozent ab. 2010 gab es über 196.800 Insolvenzen. In 2018 waren es dagegen noch etwas über 109.900 Gesamtinsolvenzen, darunter rund 19.400 Unternehmens- und etwas mehr als 67.700 Verbraucherinsolvenzen.

Auch im ersten Halbjahr 2019 zeichnet sich laut Schätzung der Wirtschaftsauskunftei ein Rückgang der Insolvenzen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ab – nämlich von 56.000 Insolvenzen auf 54.300 Insolvenzen. Ob allerdings auch künftig mit einer Abnahme der Insolvenzfälle zu rechnen ist, sehen Experten aufgrund der Eintrübung der regionalen und auch globalen Wirtschaft sowie der politischen Risiken wie den Brexit kritisch.

Zahlungsverzögerungen nehmen zu

Auch ist die Zahlungsmoral der Kunden zwar derzeit noch hoch, allerdings gibt es hier bereits negative Tendenzen. Eine aktuelle empirische Erhebung der genannten Wirtschaftsauskunftei – diese Umfragen werden jährlich im Frühjahr und Herbst eines Jahres durchgeführt – zeigt, dass rund 94 Prozent der Verbraucher und Geschäftskunden ihre Rechnungen bei Mittelständlern pünktlich begleichen. Die Zahlungsfrist beträgt hier üblicherweise 30 Tage.

Weniger Zahlungsmoral zeigt die öffentliche Hand; diese Auftraggeber und Kunden zahlten nur in 86,5 Prozent der Fälle ihre Rechnungen innerhalb eines Monats, wie die letzte Umfrage ergab. Insgesamt haben laut der aktuellen Befragung 0,6 Prozent der Kunden von Mittelständlern länger als 90 Tage gebraucht, um ihre Rechnungen zu begleichen – letztes Jahr waren es dagegen nur 0,3 Prozent.

Wenig erfreulich ist zudem, dass Kunden, die sich nicht an die Zahlungsfrist halten, wieder mehr Zeit verstreichen lassen, bis sie ihre Rechnungen begleichen. Lieferanten und Kreditgeber erhielten im zweiten Halbjahr 2018 im Durchschnitt erst 10,70 Tage nach der eigentlichen Zahlungsfrist ihr Geld von den säumigen Zahlern, im gleichen Zeitraum 2017 waren es noch 10,58 Tage. Die Grundlage für diese Aussage ist eine Datenauswertung von rund 3,3 Millionen Rechnungsbelegen.

Über 20 Milliarden Euro Schaden im Jahr durch Firmenpleiten

Doch egal, ob eine Forderung deutlich verspätet oder gar nicht beglichen wird, bei einem betroffenen Unternehmen, das dadurch Zahlungsausfälle erleidet, kann dies schnell zu eigenen Liquiditätsproblemen führen. Allein die Gesamtschäden durch die Unternehmensinsolvenzen beziffert die Wirtschaftsauskunftei für das Jahr 2018 mit rund 20,1 Milliarden Euro.

Je Insolvenz eines Unternehmens betrug im Durchschnitt der Zahlungsausfall in 2018 über eine Million Euro. Im ersten Halbjahr 2019 lag der Gesamtschaden durch alle Firmeninsolvenzen laut Schätzung der Creditreform bei 14,6 Milliarden Euro, was im Schnitt einen Forderungsverlust je Insolvenzfall von sogar fast 1,5 Millionen Euro bedeutete.

Jedes Unternehmen kann jedoch eigene Sicherungsmaßnahmen treffen, um Forderungsausfällen vorzubeugen. So lassen sich mit einem guten Debitorenmanagement Zahlungsverzögerungen schnell erkennen, um umgehend reagieren zu können. Insbesondere vor der Annahme von Großaufträgen kann es beispielsweise zudem sinnvoll sein, die Bonität des Auftraggebers bei einschlägigen Anbietern überprüfen zu lassen.

Schutz vor Liquiditätsproblemen durch Forderungsausfälle

Dennoch besteht trotz dieser und weiterer Maßnahmen keine 100-prozentige Garantie, dass es nicht doch zu Zahlungsverzögerungen oder gar Zahlungsausfällen kommt. Allerdings gibt es entsprechende Versicherungslösungen, um das eigene Risiko, selbst in Zahlungsschwierigkeiten zu kommen, das ein Unternehmen aufgrund säumiger oder insolventer Kunden haben kann, abzusichern.

Je nach Vertragsvereinbarung übernimmt zum Beispiel eine Forderungsausfall- beziehungsweise (Waren-)Kreditversicherung für das versicherte Unternehmen eine professionelle Bonitätsprüfung von Kunden vor der Auftragsannahme, um das Forderungsausfallrisiko möglichst klein zu halten.

Kommt es zu Forderungsausfällen – werden also berechtigte Forderungen aus erbrachten Warenlieferungen, Werks- und Dienstleistungen nicht in einer bestimmten Frist vom Kunden beglichen –, übernimmt diese die genannte Versicherung abzüglich eines vereinbarten Selbstbehalts. Eine Forderungsausfall- oder (Waren-)Kreditversicherung gibt es für fast jede Branche und jede Unternehmensgröße.

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