Dr. HÖRTKORN  VERSICHERUNGSMAKLER

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Wenn das Rollo zum Sicherheitsrisiko wird

Smarte Gebäude sind ein großer Zugewinn an Komfort: Licht, Heizung und Qualität der Raumluft lassen sich vollautomatisch regeln. Das ist bequem, spart in aller Regel auch Energie und vereinfacht die Wartung und Kontrolle. Doch smarte Gebäudetechnik kann durchaus auch ein Risiko sein.

01.10.2019 (verpd) Die Sonne scheint – automatisch fährt der Sonnenschutz herunter. Bei starkem Wind fährt ebendieser wieder selbstständig nach oben, damit er nicht beschädigt wird. Die Heizung schaltet sich ab, wenn das Fenster geöffnet wird, und die Beleuchtung fährt herunter, sobald genügend natürliches Licht vorhanden ist – all das ist heute gang und gäbe. Doch smarte Gebäude, die vor allem im gewerblichen Bereich an Bedeutung gewinnen, können noch viel mehr. Doch wenn jedes Fenster, jedes Rollo und jedes Heizungsventil mit dem Internet verbunden ist, birgt dies laut Experten durchaus auch Risiken.

Was smarte Gebäudetechnik bedeutet, zeigt das rund zwei Hektar große Areal mit der Bezeichnung Bleyle Quartier, westlich des Ludwigsburger Bahnhofs gelegen. In dem alten Industriestandort wurden früher Bier und Strickwaren hergestellt. Denkmalgeschützte Gebäude wie das Kesselhaus der Brauerei Krone und der „Bleyle-Turm“ der gleichnamigen Strickwarenfabrik erinnern noch daran. Das Bleyle Quartier wurde in den letzten Jahren in ein modernes Stadtquartier umgewandelt. Vereint sind hier Wohnen, Arbeiten, Kinderbetreuung, Bildung, ärztliche Versorgung, Gastronomie und Freizeit.

Für das Management und die Verwaltung der gesamten Immobilien und der Gebäudetechnik entschieden sich die Verantwortlichen für eine digitale Lösung mit einer zentralen Schaltzentrale statt mehrerer Insellösungen. Alle Energieverbräuche und Raumklimadaten laufen hier zusammen und können tagesaktuell ausgewertet werden. Über eine App werden beispielsweise der Hausmeister oder die Gebäudenutzer informiert, wenn etwas nicht stimmt. Um dies zu erreichen, sind alle Gebäude des Quartiers „smart“ und zwar auf Grundlage von Sensoren und Messtechnik, die kabellos vernetzt sind.

Vernetzte Gebäude: Ein Paradies für Hacker

Daten sind also der Schlüssel für smarte Gebäude, denn die intelligent ausgewerteten Daten sind wiederum die Grundlage für zum Teil auch automatisierte Entscheidungen. Sie tragen dazu bei, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Gebäudenutzer sowie die Energiebilanz der Gebäude selber zu verbessern. Doch das Ganze birgt auch Risiken: Wer sich in das IT-Netzwerk eines smarten Gebäudes einhackt, kann beispielsweise ein Fenster öffnen sowie die Alarmanlagen ausschalten und auf diese Weise ohne Lärm einen Diebstahl durchführen, der möglicherweise lange unentdeckt bleibt.

Diese internetfähigen Gebäudetechnologien können aber auch als Einstiegspunkt von Angreifern genutzt werden, um Malware in einem Unternehmensnetz zu installieren, Industriespionage zu betreiben oder eine Ransomware-Attacke gegen ein Unternehmen zu fahren. Das bedeutet: Die Sicherheit des Gebäudes einerseits und die des Unternehmens andererseits hängen von jedem einzelnen internetfähigen Gerät ab, das mit dem smarten Gebäude und damit dem IT-System verbunden ist: Lichtsystem, Heizung oder Kühlschränke – sie alle können zu einem Risiko werden.

„Wir haben wieder und wieder beobachten können, dass diese internetfähigen Geräte und Ausstattungsgegenstände die gesamte Umgebung von außen angreifbar machen. Wer sich also entschließt, das Bürogebäude seines Unternehmens zum Smart Building zu machen, der muss sich darüber im Klaren sein, dass sich die Angriffsfläche für Hacker erheblich vergrößert“, warnen auch die Experten von Nozomi Networks, einem Unternehmen, das sich auf den Bereich industrieller Cybersicherheit spezialisiert hat.

Sicherheitsrisiko Mensch

Wenn jeder vernetzte Sensor, jeder smarte Heizungsthermostat, jede intelligente Lichtsteuerung, jede vernetzte Kaffeemaschine oder jeder smarte Kühlschrank ein potenzielles Einfallstor für Hacker darstellt, dann ist es zwingend notwendig, sämtliche Netze und Geräte umfassend abzusichern. Doch das ist aufwendig. Die Grundlage bildet eine Bestandsaufnahme und eine effektive Verwaltung aller vernetzten Geräte.

So müssen beispielsweise für jede Hard- und Software regelmäßig die aktuellen Sicherheitspatches eingespielt werden, um Schwachstellen zu minimieren, die von Hackern ausgenutzt werden könnten. „Schlussendlich ist es entscheidend, Sicherheitsmaßnahmen auf verschiedenen Ebenen zu installieren, von der Netzwerksicherheit selbst bis hin zur Überwachung in Echtzeit. Letztere erlaubt es, Anomalien zu erkennen, die auf eine mögliche Cyberbedrohung hinweisen“, erklärt Will Stefan Roth von Nozomi Networks.

Dirk Backofen, Leiter Telekom Security bei der Deutschen Telekom, macht die Dimension des Problems klar: „Fünfzig Milliarden Geräte werden wir nächstes Jahr im Internet sehen. Jeder und alles ist vernetzt und braucht Cyber-Security. Dies schafft niemand allein. Wir brauchen die Armee der Guten. Dafür teilen wir unser Wissen für eine Immunisierung der Gesellschaft gegen Cyberattacken. Nur im Schulterschluss zwischen Politik, Wissenschaft und der Privatwirtschaft werden wir erfolgreich die Hacker in die Schranken weisen können.“

Whitepaper zum Thema Smart Lighting

Auch die Experten des TÜV Rheinland haben sich mit dem Thema beschäftigt und moderne LED-Beleuchtung analysiert, die mit dem Internet verbunden ist. Eine derart smarte Beleuchtung bietet vielfältige Möglichkeiten beispielsweise durch eine intelligente Steuerung des Lichts in Abhängigkeit vom Bedarf und angepasst an die Situation. Damit dies funktioniert, ist eine Vielzahl an Sensoren notwendig. Bewegungssensoren beispielsweise, die erkennen, wenn jemand einen bestimmten Bereich wie ein Büro oder eine Lagerhalle betritt – und die dann dafür sorgen, dass das Licht angeht.

Oder auch Sensoren für die Helligkeit, die in Abhängigkeit von der Tageszeit die Beleuchtungsstärke und gegebenenfalls auch die Lichtfarbe und Intensität anpassen. „Der Umfang der Daten, die beim Smart Lighting entstehen, ist enorm. Im Umgang mit ihnen kommt es maßgeblich auf die Einhaltung von Datenschutz- und Datensicherheits-Bestimmungen an“, betonen die Experten des TÜV Rheinland.

Worauf die Hersteller, Planer und auch die Betreiber einer solchen smarten Beleuchtung zu achten haben, um den Datenschutz- und Datensicherheits-Bestimmungen gerecht zu werden, haben die Experten nun in dem aktuellen Whitepaper zusammengestellt. Dieses trägt den Titel „Smartes Licht. Datenschutz und Datensicherheit bei Smart Lighting“ und kann kostenlos auf der Website des TÜV Rheinland angefordert werden. Diverse Beispiele und Grafiken erklären hierin die Funktionsweise von Smart-Lighting-Systemen sowie deren Einsatzfelder.

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