Dr. HÖRTKORN  VERSICHERUNGSMAKLER

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Wo am häufigsten in Firmen eingebrochen wird

Schon seit Jahren geht die Anzahl der Einbrüche in Firmen wie zum Beispiel in Büros, Fertigungs- oder Lagerhallen zurück, doch die dadurch entstandenen Schäden liegen immer noch im dreistelligen Millionenbereich.

01.10.2019 (verpd) Laut der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik ist zwar die Gesamtzahl der Einbrüche in Firmeneinrichtungen von 2017 auf 2018 um über elf Prozent gesunken. Dennoch wurden letztes Jahr immer noch mehr als 63.100 derartiger Delikte bei der Polizei angezeigt. Im Vergleich zur Einwohnerzahl wurde besonders häufig in Sachsen-Anhalt eingebrochen. Besonders deutlich ist der Unterschied auch zwischen den Landkreisen, Kreisen und kreisfreien Städten.

Letztes Jahr gab es laut Polizeilicher Kriminalstatistik 2018 (PKS 2018), die vor Kurzem vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlicht wurde, 63.152 polizeilich gemeldete Einbruch-Diebstähle – hierunter sind auch die registrierten Einbruchsversuche enthalten – in Firmeneinrichtungen. Zu den Einbrüchen in Firmeneinrichtungen zählten unter anderem alle Einbrüche in Betriebsgebäude, Büros, Werkstätten, Fabrikations- oder Lagerhallen. Übrigens sind in dieser Zahl Einbrüche in Warenhäuser, Kioske, Gaststätten, Hotels und Banken noch gar nicht mitberücksichtigt.

Insgesamt hat sich die Anzahl der polizeilich gemeldeten Einbrüche in den genannten Firmeneinrichtungen um elf Prozent beziehungsweise 8.115 Einbrüche im Vergleich zum Vorjahr reduziert. Zudem ist das der siebte Rückgang der jährlich gemeldeten Firmeneinbrüche in Folge. 2018 wurde damit der bisher niedrigste Wert seit über 30 Jahren erreicht. Die meisten derartigen Delikte in diesem Zeitraum wurde 1993 mit fast 168.140 Fällen verzeichnet.

Die Anzahl der Einbrüche je Bundesland

Zahlenmäßig die meisten bei der Polizei angezeigten Einbrüche gab es 2018 übrigens mit 14.148 derartigen Delikten in Nordrhein-Westfalen, dem Bundesland mit den meisten Einwohnern. Mit deutlichem Abstand folgen Niedersachsen (8.225 Delikte), Baden-Württemberg (5.476 Delikte), Hessen (5.091 Delikte), Sachsen (4.021 Delikte), Bayern (3.902 Delikte), Sachsen-Anhalt (3.627 Delikte), Rheinland-Pfalz (3.400 Delikte) und Berlin (3.159 Delikte).

Weniger als 3.000 angezeigte Firmeneinbrüche gab es in Schleswig-Holstein (2.892 Delikte), Brandenburg (2.614 Delikte), Hamburg (1.883 Delikte), Mecklenburg-Vorpommern (1.273 Delikte), Thüringen (1.229 Delikte), Saarland (1.156 Delikte) und in Bremen (1.056 Delikte). Sieht man die Anzahl der Einbruch-Diebstähle in Firmeneinrichtungen in Relation zur Einwohnerzahl, nämlich je 100.000 Einwohner des jeweiligen Bundeslandes, ergibt sich jedoch eine andere Rangfolge.

Unterschiedliche Einbruchsraten je Bundesland

Deutschlandweit liegt die Einbruch-Diebstahlrate bei 76,3 gemeldeten Firmeneinbrüchen je 100.000 Einwohner. Die höchsten Einbruchsraten je Bundesland hatten Sachsen-Anhalt mit 163,2 und Bremen mit 155,1 Firmeneinbrüchen je 100.000 Einwohner. Ebenfalls deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegen das Saarland mit 116,3, Brandenburg mit 104,4, Niedersachsen mit 103,3, Hamburg mit 102,9, Schleswig-Holstein mit 100,1 sowie Sachsen mit 98,5 gemeldeten Firmeneinbruch-Diebstählen pro 100.000 Einwohner.

Knapp über dem Bundesdurchschnitt sind Berlin mit 87,4, Rheinland-Pfalz mit 83,5, Hessen mit 81,5 sowie Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen mit je 79,0 angezeigten Einbrüchen in Firmengebäude je 100.000 Einwohner. Unterdurchschnittlich viele Firmeneinbrüche weist die PKS 2018 für Thüringen mit 57,1 und Baden-Württemberg mit 49,7 derartigen Delikten je 100.000 Einwohner aus. Die niedrigste Einbruchsrate hat Bayern mit „nur“ 30,0 Firmeneinbrüchen je 100.000 Einwohner. Sachsen hat damit eine über fünffach höhere Einbruch-Diebstahlrate als Bayern.

Regionen mit einem besonders niedrigen Einbruch-Diebstahlrisiko

Das BKA hat zudem die Einbruchrate für jeden der insgesamt 294 Landkreise/Kreise sowie der 107 kreisfreien Städte ermittelt. Auffällig ist, dass unter den 50 Landkreisen/Kreisen und kreisfreien Städten mit den niedrigsten Einbruchraten – diese lagen zwischen 5,9 und 22,6 Firmeneinbrüchen je 100.000 Einwohner – nur vier kreisfreie Städte sind. Dagegen sind es bei den 50 Landkreisen/Kreisen und kreisfreien Städten mit den höchsten Diebstahlraten – das waren zwischen 120,1 und 266,3 derartige Delikte je 100.000 Einwohner – fast sechsmal so viele, nämlich 22 kreisfreie Städte.

Zu den drei Regionen mit den niedrigsten Diebstahlraten gehörten die Landkreise Kronach und Fürth mit 5,9 beziehungsweise 6,9 und die kreisfreie Stadt Aschaffenburg mit 7,2 Firmeneinbrüchen je 100.000 Einwohner. Auf den Plätzen vier bis zehn folgten die Landkreise Bayreuth mit 8,7, Hof mit 9,4, Haßberge mit 9,5, Straubing-Bogen mit 10,0, Regen mit 10,3, Landshut mit 10,8 sowie die kreisfreie Stadt Schwabach mit 12,3 Firmeneinbrüchen je 100.000 Einwohner.

Die zehn Regionen mit den höchsten Einbruch-Diebstahlraten

Zu den zehn Regionen mit den höchsten Einbruchraten zählten die kreisfreien Städte Landau in der Pfalz mit 168,5, Halle (Saale) mit 172,7 und Bremerhaven mit 175,2 derartigen Delikten je 100.000 Einwohner. Des Weiteren gehörten dazu die Landkreise Helmstedt mit 175,5 und Jerichower Land mit 184,6, die kreisfreien Städte Wilhelmshaven mit 188,7 und Kassel mit 189,3 sowie der Landkreis Salzlandkreis mit 203,4 Firmeneinbrüchen pro 100.000 Einwohner.

Die beiden höchsten Einbruch-Diebstahlraten wiesen die kreisfreien Städte Neustadt an der Weinstraße mit 247,4 und Magdeburg mit 266,3 derartigen Delikten je 100.000 Einwohner auf. Nach den Einbruchsraten ist das Risiko von Firmeneinbrüchen in der kreisfreien Stadt Magdeburg 45-mal höher als das im Landkreis Kronach.

Aufklärungsquote ist in Bayern besonders hoch

Auch bei der Aufklärungsquote gibt es deutliche Unterschiede je Bundesland und Region. Deutschlandweit ist die Aufklärungsquote in 2018 im Vergleich zum Vorjahr etwas gesunken, nämlich um 0,2 Prozentpunkte auf 19,3 Prozent. Vor 30 Jahren, also 1988 lag sie sogar noch bei 22,2 Prozent. Betrachtet man die Bundesländer, hat Bayern die niedrigste Klaurate und mit 33,2 Prozent die höchste Aufklärungsquote. Deutlich niedriger war die Aufklärungsquote im Saarland und in Niedersachsen mit je 23,5 Prozent.

Danach folgen Hessen und Baden-Württemberg mit je 22,2 Prozent, Thüringen mit 22,0 Prozent und Rheinland-Pfalz mit 20,4 Prozent. Eine Aufklärungsquote unter dem Bundesdurchschnitt weisen Sachsen (18,2 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (18,0 Prozent), Sachsen-Anhalt (17,9 Prozent), Brandenburg (17,5 Prozent), Nordrhein-Westfalen (15,3 Prozent), Berlin (15,2 Prozent) und Hamburg (12,4 Prozent) aus. Am wenigsten Einbruchsfälle in Firmeneinrichtungen werden in Schleswig-Holstein (Aufklärungsquote: 11,4 Prozent) und in Bremen (Aufklärungsquote: 9,8 Prozent) aufgeklärt.

In einer Region wurden über 82 Prozent der Fälle aufgeklärt

Regional betrachtet hatten die kreisfreien Städte Ingolstadt mit 82,2 Prozent, Aschaffenburg mit 80,0 Prozent, Ansbach mit 76,7 Prozent, Erlangen mit 68,9 und Hof mit 68,4 die höchsten Aufklärungsquoten. In Ingolstadt wurden beispielsweise von 214 erfassten Fällen 176 aufgeklärt. Zu den zehn Regionen mit den höchsten Aufklärungsquoten gehörten zudem die Landkreise Dachau mit 65,9 Prozent, Oberallgäu mit 65,2 Prozent, Neu-Ulm mit 62,5 Prozent, Ostallgäu mit 60,5 Prozent und Berchtesgadener Land mit 58,3 Prozent gelöster Fälle.

Anders in den Landkreisen Bayreuth und Regen. Hier gab es zwar neun beziehungsweise acht Firmeneinbrüche, allerdings wurde dort kein einiger Fall aufgeklärt. Zu den zehn Regionen mit den schlechtesten Aufklärungsquoten zählten zudem der Kreis Stormarn mit 4,3 Prozent, die kreisfreie Stadt Bochum mit 5,8 Prozent, der Landkreis Landshut mit 5,9 Prozent und die kreisfreie Stadt Herne mit 5,9 Prozent aufgeklärten Fällen. Zudem gehörten die Landkreise Dahme-Spreewald (5,9 Prozent), Schwandorf (6,2 Prozent), Aichach-Friedberg (6,5 Prozent) und St. Wendel (6,6 Prozent) dazu.

Über ein Drittel der Einbrecher scheitert

Die PKS 2018 zeigt aber auch, dass Einbrecher immer häufiger bei ihrem Vorgehen scheitern. Mehr als jeder dritte Einbruchsversuch in eine Firmeneinrichtung blieb für die Diebe ohne Erfolg. Konkret handelte es sich in 36,7 Prozent aller gemeldeten Einbrüche um missglückte Einbruchsversuche. Von den 63.152 gemeldeten Firmeneinbrüchen waren somit 39.994 vollendete Einbrüche und in 23.158 Fällen blieb es beim Versuch. Im Jahr 2001 scheiterten die Einbrecher dagegen nur bei jedem vierten und 1995 sogar nur bei jedem fünften Einbruchsversuch.

Dies ist sicherlich auch auf einen verbesserten Einbruchsschutz der Firmen zurückzuführen. Tipps zum Einbruchsschutz gibt es mitunter von der VdS Schadenverhütung GmbH (VdS), einem Spezialisten für die Schadenverhütung bei Firmenobjekten. Der VDS hat unter anderem in Zusammenarbeit mit der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes die Sicherungsrichtlinien für Geschäfte und Betriebe (VdS 2333) herausgebracht. Von der Polizei gibt es zudem den kostenlos downloadbaren Ratgeber für Firmen „Schlechte Geschäfte für Einbrecher“.

Finanzielle Absicherung für den Fall der Fälle

Insgesamt verursachten die Einbrecher bei den betroffenen Firmen laut PKS 2018 Schäden in Höhe von über 169 Millionen Euro. Begehrte Beute für Diebe, die in Gewerbeobjekte einbrechen, sind beispielsweise Bargeld, aber auch Fahrzeuge und hochwertige Waren sowie Betriebsausstattungen wie Notebooks und teures Werkzeug.

Wie die Einbruchsstatistik auch belegt, kann nicht jeder Einbruch verhindert oder aufgeklärt werden. Umso wichtiger ist es für den betroffenen Betrieb, dass er für solche Fälle einen ausreichenden Versicherungsschutz zum Beispiel im Rahmen einer bestehenden Geschäfts- beziehungsweise Inhaltsversicherung hat.

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