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Wo in Deutschland die Autoversicherung günstiger wird

In welcher Region ein Autobesitzer wohnt, spielt für die Höhe der Kfz-Versicherung eine wichtige Rolle. Für jeden Zulassungsbezirk wird nämlich jedes Jahr die Anzahl der Verkehrsunfälle sowie deren Schadenhöhe geprüft und die Kfz-Versicherungsprämien entsprechend angepasst.

11.9.2017 (verpd) Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) vor Kurzem mitteilte, gibt es für die meisten Pkw-Besitzer aufgrund der neuesten Regionalstatistik keine Veränderungen bei der Kfz-Versicherung. Es gibt aber auch Regionen, in denen sich das Schadenaufkommen deutlich gesenkt oder erhöht hat, was je nach Wohnort zu einer günstigeren oder teureren Kfz-Prämie ab 2018 führt.

Jeder der insgesamt 413 Zulassungsbezirke in Deutschland ist in eine sogenannte Regionalklasse eingestuft. Jüngst hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) – wie jedes Jahr im Spätsommer – seine neue Regionalklassen-Statistik für alle Zulassungsbezirke veröffentlicht. Dabei überprüfte ein unabhängiger Treuhänder die Anzahl und Höhe der gesamten Kfz-Schäden, die von der Kfz-Haftpflicht-, Teil- oder der Vollkasko-Versicherung für alle im jeweiligen Zulassungsbezirk angemeldeten Pkws reguliert wurden.

Auf Grundlage der regionalen Änderungen in den Schadenverläufen erfolgt die jährliche Neueinstufung der Zulassungsbezirke in die Regionalklassen (RK), die unter anderem die Kfz-Versicherungsprämie beeinflusst. So können sich zum Beispiel die Autobesitzer in 67 der 413 Zulassungsbezirke über eine niedrigere Regionalklasse und damit in der Regel auch eine niedrigere Kfz-Prämie der Kfz-Haftpflichtversicherung freuen, da in diesen Regionen die Schadenhäufigkeit- und höhe im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen ist.

Je niedriger die Regionalklasse, desto besser

Grundsätzlich gilt: Je niedriger eine Regionalklasse, desto niedriger ist auch die Kfz-Prämie beim jeweiligen Kfz-Versicherer. Die Neueinstufung in die Regionalklassen ist für die Kfz-Versicherer unverbindlich, kann aber ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge zur Hauptfälligkeit, das ist in der Regel der 1. Januar des nächsten Jahres, angewendet werden.

Wie hoch eine Regionalklasse ist, wird unter anderem vom Fahrverhalten aller Autofahrer, von der Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge und den örtlichen Straßenverhältnissen im jeweiligen Zulassungsbezirk beeinflusst.

In der Kaskoversicherung werden darüber hinaus örtliche Besonderheiten wie etwa Diebstahlhäufigkeit, Sturm- und Hagelschäden oder Anzahl der Wildunfälle berücksichtigt. Zwölf Regionalklassen gibt es für die Kfz-Haftpflicht-, 16 für die Teilkasko- und neun für die Vollkaskoversicherung.

Für drei Viertel bleibt in Kfz-Haftpflicht alles beim Alten

2018 gibt es wie in den Vorjahren nach GDV-Angaben nur vergleichsweise wenige Umstufungen. In der Kfz-Haftpflichtversicherung bleibt die Regionalklassen-Einstufung für über drei Viertel der rund 40 Millionen bestehenden Kfz-Haftpflicht-Versicherungspolicen für Pkws unverändert.

Fast ein Siebtel der Kfz-Verträge, das sind etwa 5,5 Millionen Kfz-Policen, werden in eine bessere, das verbleibende Elftel und damit etwa 3,6 Millionen Kfz-Policen in eine schlechtere Regionalklasse eingestuft.

Insgesamt werden drei der aktuell noch 413 Zulassungsbezirke um mehr als eine Regionalklasse heruntergestuft.

Die günstigsten und teuersten Kfz-Haftpflichtregionen

Um jeweils zwei Klassen besser eingestuft wurde zum Beispiel der bayerische Kreis Dingolfing-Landau sowie der rheinland-pfälzische Bezirk Neuwied – künftig jeweils in Regionalklasse vier statt bisher sechs. Zwei Klassen schlechter fällt die Einstufung für den niedersächsischen Kreis Wesermarsch – künftig Klasse fünf statt drei – aus.

Angeführt vom Kreis Elbe-Elster in Brandenburg werden 53 Zulassungsbezirke, bisher waren es 62 – in die niedrigste Regionalklasse eins eingestuft. Darunter befinden sich neu nun Wunsiedel, der Rhein-Hunsrück-Kreis und Lüneburg, und wie bisher auch Schwerin, Uckermark, Bautzen, Vogelsbergkreis, Coesfeld, Stendal, Nordfriesland, Ludwigslust-Parchim und der Kyffhäuserkreis.

13 statt bisher 15 Zulassungsbezirke befinden sich in der höchsten Klasse zwölf, wobei weiterhin Offenbach am Main die schlechteste Schadenbilanz aufweist. In Klasse zwölf werden auch die vier Landeshauptstädte Berlin, Hamburg, Wiesbaden und München eingestuft. Zudem sind hier die Städte Augsburg, Fürth, Nürnberg und Gelsenkirchen sowie die Stadt- und Landkreise Starnberg, Kempten, Essen und Pforzheim vertreten.

Nur wenige Änderungen bei den Kasko-Regionalklassen

Während es von insgesamt 413 Zulassungsbezirken in 108 Regionen bei der Kfz-Haftpflichtversicherung andere Regionalklassen gab, sind es in der Vollkasko- nur 74 und in der Teilkasko-Versicherung nur 63 Regionen.

Damit bleibt bei 29 Millionen Kfz-Policen von mehr als 34 Millionen Kfz-Versicherungsverträgen, in denen eine Voll- oder Teilkaskoversicherung miteingeschlossen ist, alles beim Alten. Etwas mehr als die Hälfte der Regionen mit einer Regionalklassenänderung hat sich bezüglich des Kaskoschutzes verbessert, das heißt, die Pkw-Halter können sich über eine niedrigere Regionalklassen-Einstufung freuen. Veränderungen um mehr als eine Regionalklasse gab es dabei anders als in der Haftpflicht wiederum weder in der Voll- noch in der Teilkasko-Versicherung.

Die höchste Schadenbilanz in der Vollkasko, und damit die schlechteste Vollkasko-Regionalklasse neun, erreicht laut GDV der bayerische Kreis Garmisch-Partenkirchen. Ebenfalls in die höchste Vollkasko-Regionalklasse neun eingestuft sind die bayerischen Bezirke Ostallgäu und Miesbach sowie die Stadt Berlin. Kaufbeuren und Rottal/Inn (ebenfalls in Bayern) verbesserten sich von Klasse neun in Klasse acht.

Kein Bezirk hat die schlechteste Vollkasko-Regionalklasse

Angeführt vom Bezirk Wittmund (Niedersachsen) liegen insgesamt 37 statt bisher 42 Bezirke in der niedrigsten Regionalklasse eins. Die beste Vollkasko-Regionalklasse eins erreichen durch eine verbesserte Schadenbilanz diesmal die Städte Ansbach und Schwerin sowie der Landkreis Alzey-Worms. Die Klasse eins halten wie bereits in 2016 unter anderem die Zulassungsbezirke Hersfeld-Rotenburg, Friesland, Paderborn, Flensburg und Nordhausen.

Bezüglich der Teilkaskoversicherung wird der bayerische Bezirk Ostallgäu in die Regionalklasse 14 von der bisher schlechtesten Klasse 15, die auch sonst kein Zulassungsbezirk hat, heraufgestuft. Weitere Regionen mit schlechten Teilkasko-Regionalklassen sind Garmisch-Partenkirchen und Rottal/Inn mit Klasse 13. Die vier bayerischen Zulassungsbezirke Bamberg (Stadt), Coburg (Stadt) und Würzburg (Stadt) sowie Münster in Nordrhein-Westfalen sind in die niedrigste und damit beste Teilkasko-Regionalklasse eins eingestuft.

Wie der GDV weiter betont, „lässt sich über eine Veränderung bei der Regionalklasse keine Aussage über die Entwicklung des gesamten Kfz-Versicherungsbeitrages treffen“, da es noch diverse weitere Tarifmerkmale, die die Kfz-Versicherungsprämie beeinflussen, gibt. Die Einstufungen der einzelnen Regionalklassen können im GDV-Webauftritt online abgefragt werden.

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